Feiertag

Freitag Abend, der 30. April (wir erinnern uns – der Tag vor dem 1. Mai). Freitag Abend, der Tag vor dem Tag, an dem die Geschäfte geschlossen sind. Alle Menschen die freitags einkaufen, kaufen auch an diesem Tag bzw. Abend ein. Alle Menschen die in der Regel samstags einkaufen, kaufen auch an diesem Abend ein. Alle Menschen die an allen anderen Wochentagen einkaufen – und alle Menschen die fast gar nicht einkaufen – kaufen auch an diesem Abend ein. Es herrscht also Weltuntergang Stimmung in der Stadt, so ähnlich wie Ende Dezember im Jahre 1999, als die Welt im Jahre 2000 untergehen sollte. Es gibt zwar keine Statistiken die belegen dass die Welt mit einem vollen Kühlschrank nicht untergeht – aber mit einem leeren Kühlschrank geht sie noch viel schlimmer unter. Also zurück zum einkaufen. Leider musste meine Wenigkeit auch an diesem Freitag Abend einkaufen (zu meiner Entlastung habe ich zu sagen, ich musste/durfte an diesem Tag bis 18.30 Uhr im eigenen Laden die Stellung halten. Am Tag davor noch länger und am Tag davor noch länger und am Tag davor war es zu früh um für das Wochenende einzukaufen). Nun versuchte ich anschließend in einer „jo, wir schaffen das – Laune“ zu einem Supermarkt zu gelangen, das knappe 6 km von meiner Dienststelle entfernt ist. Bereits an der ersten Ampel fing ich an zu zweifeln, jemals an meinem Ziel anzukommen. Aber man soll die Hoffnung niemals aufgeben, bereits nach 45 Minuten hatte ich diese 6 km überwunden. Nach weiteren 20 Minuten steckte ich auf dem Kundenparkplatz fest auf dem es weder vorwärts noch rückwärts weiter ging, und weitere 15 Minuten später beschloss ich doch lieber zu hungern und nach Hause zu fahren. Kurz darauf eine selten so befreiende Fahrt über die Autobahn, in Richtung mein Lieblingsdorflein wo ich wohnen darf (zumindest nachts) – wo die Uhren ein wenig langsamer ticken, Geschäfte und Kundenparkplätze ein wenig kleiner sind und keine Riesenmenschen- und Automenge aufnehmen können (und die hatten sogar auch noch was zu essen – also, die Geschäfte). Operation erfolgreich, eine halbe Stunde später war auch mein Kühlschrank für den Weltuntergang gerüstet.

P.S. Und das alles wegen einem (weiteren) Tag der Arbeit. Unfassbar.

 
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