Alle guten Dinge sind 4

Was wir sonst so tun, wenn uns langweilig ist: manchmal testen wir auch, wieviele Fehler man bei Auslieferung einer einzigen Bestellung machen kann. Das schlimme ist: ich habe jeden einzelnen Fehler persönlich zu verantworten. Noch schlimmer ist: ich kann mich nicht mal ´rausreden. Natürlich setzt sich mein derzeitiger Job aus mindestens 4 Vollzeitjobs (von 4 verschiedenen Personen) zusammen, aber da das schon Dauerzustand ist, sollte ich es ja so langsam können. Vor allem habe ich gelernt, alles zu notieren – weil meine eingebaute Festplatte mittlerweile in die Knie geht. Nur leider werde ich meistens von einem Telefongespräch zum nächsten gehetzt, von einem Beratungsgespräch zum nächsten, oder DPD bringt gerade Pakete, oder holt Pakete ab – mit anderen Worten, rein gar nichts kann ich zu Ende bringen weil ständig was dazwischen kommt. Werde ich also in einem wichtigen Moment abgelenkt (und reihen sich an diese Ablenkung weitere Ablenkungen), war´s das mit meiner Notiz. Keine Notiz, kein Vermerk im Shopsystem, ich bin verloren. Im aktuellen Fall bestellt eine Kundin eine Reihe an Produkten. Ein Produkt hat längere Lieferzeiten, wir nehmen eine Tellieferung auf unsere Kosten vor. Leider packe ich 2 Bettwäschen im falschen Farbton ein. Einen Tag später: die Kundin möchte auch diese beiden behalten (100 Punkte für meine neue Verkaufstaktik), möchte aber natürlich auch die Bettwäschen in der ursprünglich bestellten Farbe haben. Schicke ich also noch ein Paket hinterher. Einen weiteren Tag später: Kundin teilt mir mit dass eine Bettwäsche fehlt, weil ich bei der Nachlieferung zwar die richtige Farbe, aber falsche Menge eingepackt habe, bzw. nur eine statt zwei Bettwäschen geliefert habe. Die Kundin ist einverstanden, die fehlende Bettwäsche mit der letzten Lieferung zu bekommen (mit dem Artikel der längere Lieferzeiten hat). Und jetzt kommen wir zu der oben erwähnten Ablenkung – der entsprechende Vermerk im Shopsystem geht unter. Wenn 2 Wochen später der fehlende Artikel eintrifft, wird nur dieser nachgeliefert – mit ohne Bettwäsche. Am nächsten Tag: Kundin bittet um Nachlieferung, weil die Bettwäsche fehlt – und spätestens dann muss sie gedacht haben, bei mir fehlt die eine oder andere Tasse im Schrank.

P.S. Zur Zeit wird noch gerätselt, wie es zu diesem Disaster kommen konnte: ich tippe auf mangelnde Kommunikation zwischen den 4 Personen, deren Job ich machen muss. Im Zweifelsfall waren´s die anderen drei – ich bin (selbstverständlich) unschuldig.

 
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