Archiv des Autors: Sanja

Homestory ‚What Leo Loves‘

Ein schönes Kinderzimmer macht glücklich. Nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern. Denn wieviel Zeit in diesem Raum verbracht wird, ahnt man vor der Ankunft des kleinen Erdenbürgers noch gar nicht: darin wird gewickelt, gestillt oder gefüttert, gekuschelt, getröstet und gesungen. Das Kinderzimmer ist ein Ort, in dem man zur Ruhe kommt und sich Zet füreinander nimmt. Und später wird darin gespielt, getobt oder musiziert, es werden Geschichten vorgelesen, Mittagessen für die Puppen gekocht und und und… Natürlich ist all das auch in einem weniger schönen Kinderzimmer möglich – aber in einem schön gestalteten Raum macht es eben mehr Freude!

Genau diesem Thema hat sich Christine von What Leo Loves gewidmet: der Kinderzimmergestaltung. Sie hat ein Projekt ins Leben gerufen das bereits 2017 viele Eltern bei ihrer Kinderzimmereinrichtung unterstützt und beraten hat. Und außerdem hat es ihnen auch viel Geld gespart: denn am Projekt Kinderzimmer Shopping Guide sind über 40 schöne Kindershops beteiligt und sie bieten Einkaufsgutscheine für schöne Möbel und Deko an. Auch wir sind schon zum zweiten Mal dabei und freuen uns riesig, ein Teil davon zu sein.

Damit Sie in Christines Arbeit ein wenig reinschnuppern können – und diese kann sich allemal sehen lassen – gibt es hier einen kleinen Einblick in ihr eigenes Zuhause: eine Homestory! In ihrem Kinderzimmer hat Christine auf harmonische, ruhige Farben gesetzt und sie mit viel Naturholz und tiefem Schwarz ergänzt. So wird eine schwarz/weiß tapezierte Wand zum Hingucker im Raum, die restlichen Accessoires sind schlicht und dezent, aber dennoch sehr verspielt gehalten: hübsche Flechtkörbe, Holzregale, gepunktete Vorhänge, weißer Betthimmel oder der große Aufbewahrungskorb.

Kinderzimmergestaltung im Monochrome Look

Kinderzimmer von Christine (Foto: What Leo Loves)

Sterne, Wellen, Punkte, Herzen: hier sieht man sehr schön, wie gut sich verschiedene Muster in einem Raum kombinieren  lassen – sofern man bei ruhigen Farben bleibt. Für genügend Stauraum sorgt das große offene Regal hinter dem Bett, in dem Boxen und Körbe Platz finden. Der große Stoffkorb von Liewood kann als Spielzeugaufbewahrung für Puppen oder Kuscheltiere dienen oder als Wäschekorb eingesetzt werden. Kleine hübsche Dekoelemente können auf einem Wandregal zur Schau gestellt werden.

Das umbaubare Babybett von Oliver Furniture begleitet Ihr Kind vom ersten Tag an für die nächsten 4-5 Jahre. Es kann einfach zum Juniorbett umgebaut werden mit Rausfallschutz (abgebildet), oder zum kleinen Sofabett ganz ohne Gitter auf der Vorderseite. Für den Kuschelfaktor sorgt der luftige, weiße Betthimmel von Liewood, der jedem Bettchen gleich viel Geborgenheit schenkt. Für weiches und warmes Licht sorgt jeden Abend eine Cotton Balls Lichterkette von good moods, die wir Ihnen in vielen schönen Farbkombinationen anbieten.

Kinderzimmeraufbewahrung in natur & weiß

Flechtkörbe von Kidsdepot, Holzregal von Up!Warsaw (Foto: What Leo Loves)

Warmes Naturholz oder Weide, dazu elegantes weiß – so dezent kann schicke Aufbewahrung sein, die auch nach Jahren ihren Reiz nicht verliert und sich dem Alter und den Vorlieben der Kinder anpasst. Christine hat sich in den hübschen Pomponkorb von Kidsdepot verliebt und ihn gleich mit farblich passendem 3er Korbset ergänzt. Damit hat man gleich verschiedene Korbgrößen zur Hand und kann unterschiedliches Spielzeug sicher verstauen – so dass man es auch wieder findet! Das verspielte Zirkusregal von Up! Warsaw ist sicher kein großer Stauraum, dafür umso schöner – außerdem kann es als Spielregal eingesetzt werden. Für Zirkustiere zum Beispiel…

Kinderzimmer mit Vorhängen & Kuscheltextilien gestalten

Gemütliche Atmosphäre mit Textilien (Foto: What Leo Loves)

Spielmatratzen und Kuschelkissen dürfen natürlich in keinem Kinderzimmer fehlen. Damit wird gespielt, getobt und Häuschen und Höhlen gebaut. Außerdem sind Spielmatratzen ein schneller und flexibler Schlafplatz, wenn es spontan einen Übernachtungsgast gibt. Hübsche Vorhänge sind im Kinderzimmer natürlich kein Muss – aber erst die Fensterverkleidung macht den Raum perfekt! Tagsüber kann sie vor Sonne schützen, abends nimmt sie der dunklen Fensterfront die Schärfe und macht den Raum gemütlich. Ganz abgesehen vom Sichtschutz natürlich, denn alle Vorhänge bieten – selbst wenn sie transparent sind. Hier hat Christine unseren Punktestoff in grau/weiß zu Vorhängen verarbeitet.

Mit tollen, hochwertigen Produkten, dezenten Farben und zeitlosen Kindermöbeln hat Christine einen wunderbaren Raum zum Spielen, Ausruhen, Schlafen und Großwerden geschaffen. Sie hat gezeigt, dass ein Kinderzimmer nicht mit Deko vollgestopft werden muss, um den Kleinen alles zu bieten was sie zum Spielen und Glücklichsein brauchen. Wenige, dafür mit Liebe ausgesuchte und durchdachte Produkte sind die Lösung, wenn man ein zeitloses, aber durchaus stylisches Kinderzimmer einrichten möchte, an dem alle Familienmitglieder für einige Jahre Freude haben!

 

Dreist, dreister, Social Media

Instagram ist (eigentlich) etwas Wunderbares. Es bietet uns die Möglichkeit unsere Kunden abzuholen, sie zu inspirieren, mit ihnen in direkten Kontakt zu treten, oder sogar bei der Kinderzimmergestaltung behilflich zu sein. Eigentlich eine sehr schöne Sache und wer uns kennt bzw. uns folgt sieht auf den ersten Blick, wieviel Zeit und demnach auch Geld in diesen Social Media Kanal fließt.
Aber: da wären noch die „anderen“, die ohne Benehmen und Anstand unterwegs sind, sich an den Fotos bedienen ohne zu fragen oder – im aktuellen Fall – derart dreist sind, dass man schon von der Königsklasse spricht. Man nehme unser Foto, entfernt unser Logo und setzt das eigene Logo drauf. Dann postet man das Bild als Urheber und verlinkt alle Produkte die man auch selbst hat mit dem eigenen Shop. Und das alles in der Hoffnung, dass man nicht entdeckt wird. Man ist ja schließlich im anderen Land (Frankreich) und verwendet andere Hashtags. Tja, wie es der Zufall will, stolpere ich genau da drüber. Und wenn ich es nicht tue, sind unsere Kunden und Lieferanten derart lieb und treu, dass sie sogar Nachrichten mit Screenshots schicken und fragen, ob denn das Foto nicht von uns sei. Dumm gelaufen.
Nein, ein Pfui reicht dafür nicht. Das ist nicht nur dreist, das ist sogar ziemlich bescheuert – wird man erwischt (und man wird meistens erwischt), ist man ziemlich schnell ein paar Tausend Euro los. Aber man will es ja nicht anders. Was ich am liebsten in diesem Moment tun würde? Vermutlich genau das gleiche was jeder tun würde, der viel Herzblut in eine Sache steckt und derart ausgenutzt wird: nicht den Anwalt kontaktieren, sondern sich auf dem kürzesten Wege nach Paris bewegen und dem Shop ordentlich eine verpassen (oder die Bude abfackeln). Aber erstens macht man das auch nicht, und zweitens tue ich mir Paris nur dann an wenn ich muss. Und jetzt muss ich nicht. Denn unser Anwalt macht schon vom Schreibtisch aus einen super Job. Und weil der besagte Shop trotz Kontaktaufnahme meinerseits die Fotos bei Instagram entfernt hat, sie aber nach wie vor bei Facebook verbreitet, wird es eben noch teurer. Das Gehirn einzuschalten kann so schwer sein.

Aber sollte sich der eine oder andere Social Media Nutzer hier verirren, der über ungenügend gesunden Menschenverstand verfügt um selbst auf folgende Regelungen zu kommen, kann er sie hier schwarz auf weiß nachlesen:
1. Social Media (und Netz allgemein) ist keine Selbstbedienungstheke. Man geht schließlich auch nicht in einen Laden um die Ecke, schnappt sich ein T-Shirt und verlässt das Geschäft ohne zu bezahlen, nur weil das T-Shirt freizugänglich im Regal liegt.
2. Möchte man ein fremdes Foto teilen, fragt man gefälligst vorher nach.
3. Auch wenn man die Erlaubnis bekommen hat: der Urheber wird ausnahmslos angegeben und verlinkt. Verlinkt man ihn nicht, verstößt man gegen das Urheberrecht und riskiert eine teure Abmahnung (die man in unserem Fall auch bekommt).

Crashkurs beendet.
Leute, macht was draus!

 

Bällebad Wahnsinn

(Un)Wort des Jahres: Bällebad. Weiter: Bällebad rosa, Bällebad grau, Bällebad mint (in dieser Reihenfolge). Ausführlicher: „Kommt mein Bällebad vor Weihnachten?“, „Haben Sie noch ein Bällebad auf Lager?“ „Wenn ich heute ein Bällebad bestelle, kommt es vor Weihnachten noch an?“

Unsere Damen im Kundenservice sind völlig traumatisiert und fallen direkt in eine Schockstarre, sobald sie „Bällebad“ hören. Unser Einkauf ist auch traumatisiert, weil der Kundenservice ständig nachfragt wann Bällebäder kommen. Unser Lager ist traumatisiert, weil der Kundenservice und der Einkauf ständig nachfragen ob die Bällebäder bereits angekommen sind. Der Lieferant ist traumatisiert, weil 130 Bällebäder aus der letzten Bestellung nicht in einen LKW passen. DHL Fahrer sind traumatisiert, weil wir zu viele Paket-Wagen haben die nicht in ihre LKW´s passen. Und der Chef ist auch traumatisiert, weil wir nach den täglichen Abholungen immer noch viel zu viele Pakete haben und diese mit dem eigenen Transporter zum DHL Depot gebracht werden müssen. Ich würde sagen, der ganz normale Weihnachtswahnsinn.

Und wissen Sie was? Ich habe es nicht kommen sehen. Bällebäder schon. Aber nicht so(ooo) viele. Denn ich persönlich habe kalkuliert, wieviele Bällebäder wir für Weihnachten brauchen. Ich habe unsere Lagerbestände festgelegt – die Menge, die wir auf Lager haben müssen, um unsere Kunden schnell bedienen zu können. Bei insgesamt 80 habe ich aufgehört, denn im Lager wird
1) auch Platz für andere Dinge benötigt
2) müssen sich die Mitarbeiter/innen frei bewegen können ohne über Bällebäder springen zu müssen
3) der Chef musste bereits bei der Info „in den nächsten Wochen müssen 80 Bäder gelagert werden“ seine Kinnlade suchen gehen, denn er durfte Platz dafür schaffen.
Das war Anfang November. Mittlerweile haben wir die vierfache Menge gebraucht (ich lag also nur knapp daneben), der Chef hat seine Kinnlade längst gefunden und der Platz im Lager wurde gar nicht gebraucht, weil die Bäder bei jeder Lieferung direkt aus dem Wareneingang in den Versand gewandert sind – sie waren quasi nur auf Durchreise. Wir haben es in den letzten Wochen überhaupt nicht geschafft, dass auch nur ein einziges Bällebad frei verfügbar in unserem Lager schlummert (zumindest was die Komplettbäder betrifft). Mehr noch: jede Lieferung war nur ein Tropfen auf den heißen Stein und nur ein Teil der wartenden Kunden konnte bedient werden. Bis jetzt! Denn wenn Sie noch ein Bällebad bestellen möchten, gibt es heute eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Bällebäder sind wieder auf Lager. Die schlechte: unter Ihrem Baum werden sie leider nicht mehr liegen (wenn Sie jetzt erst bestellen). Aber Ihre Kinder werden auch nach dem Fest Freude daran haben. Ist also auch wieder eine gute Nachricht. 

Verbesserungsvorschläge für Weihnachten 2018:
1) Bällebad Hotline: haben Sie Fragen zum Bällebad, drücken Sie bitte die eins. Möchten Sie wissen ob Ihr Bällebad vor Weihnachten geliefert wird, drücken Sie bitte die zwei. Möchten Sie eine Selbsthilfegruppe gründen, weil das erste Wort Ihres Kindes nicht „Ma-ma“ sondern „Bälle-bad“ war, drücken sie bitte die drei. (Wer diesen Job übernimmt wird noch ausgelost).
2) Den Vermieter rausschmeißen und seine Lagerfläche mitbenutzen.
3) Atmen, es ist „nur“ Weihnachten. Ein Fest der Liebe.

Wissen Sie, wer ganz und gar nicht traumatisiert ist? Unsere kleinsten Kunden, die (noch) nichts von ihrem Bällebad wissen und sich einfach nur auf Weihnachten freuen. Hach, ein Kind sollte man sein. Ein Kind mit Bällebad natürlich!

 

Classic Grateful Mom Blog

Schon gemerkt? Bald ist Weihnachten. Haben Sie schon Ihre Geschenke zusammen? Ich (natürlich) mal wieder nicht. Aber wir haben ja noch 12 Tage. Wenn Sie aber kleine Kinder haben und Spielsachen online bestellen möchten, wird es höchste Zeit. Heute habe ich sogar einen Lesetipp für Sie: den Classic Grateful Mum Blog. Diesen betreibt eine nette Mami von 3 Kindern, Frau Daniela Dorrhauer. Und sie hat einen Beitrag über unser Spielzeug und Geschenke geschrieben. Einfach so. In ihrem Blog schreibt Frau Dorrhauer über das Leben mit Kindern in Südwestdeutschland (und darüber hinaus). Ausflugsziele und Kulturangebote für Familien in der Region sind genauso ein Thema wie Einkaufstipps rund ums Kind. Und bei ihren Einkaufstipps sind wir natürlich gerne dabei, denn unser Sitz in Lörrach ist rein zufällig auch in Süddeutschland. Und ganz zufällig haben wir auch viele tolle Spielsachen, die sich richtig gut unter jedem Weihnachtsbaum machen: Kreatives, Holziges (nichts Plastikmäßiges), Großes, Kleines und Schickes das auch mal ohne rot, blau, grün und gelb auskommt (gleichzeitig versteht sich). Denn glücklicherweise sind immer mehr Mamis überzeugt, dass Kinderspielzeug nicht immer wie eine Ampel aussehen muss, um gerne bespielt zu werden. Im Gegenteil: all diese kräftigen Farben, versammelt in einem Raum, drehen die kleinen Menschen manchmal so richtig auf. Fast wie Gummibärchen (die Farben sind aber bestimmt ein Zufall). Außerdem – und jetzt passen Sie gut auf, denn darauf haben Sie schon immer gewartet – sieht ein unaufgeräumtes Kinderzimmer nicht ganz so schlimm aus, wenn die Spielsachen in ähnlichen Farben gehalten sind. Wirklich. Na gut, es sieht vielleicht schon (ein bisschen) schlimm aus, aber „schön schlimm“. Sie glauben mir nicht? Dann probieren Sie es aus. Nein, das ist keine Verkaufsmasche. Und jetzt hüpfen Sie erstmal rüber zum Classic Grateful Mom Blog, damit Sie wissen, wovon ich spreche. Fröhliches Weihnachtsshopping! Hier geht es zu unseren Spielsachen: Babyspielzeug und Kinder Spielzimmer.

Classic Grateful Mom Blog

 

Loslassen und Abschied nehmen

Wir arbeiten. Wir hetzen. Wir rasen von einer Aufgabe zur nächsten, oft bis zur völligen Erschöpfung. Wir „funktionieren“. Wir werden getrieben. Wir haben keine Zeit. Weder für unsere Liebsten, noch für uns selbst. Und das Schlimmste daran ist, wir sind fest davon überzeugt, dass es keinen Ausweg aus dem Hamsterrad gibt. Dass wir nichts daran ändern können. So lange, bis uns das Leben einen neuen Weg zeigt. Manchmal auf eine schmerzhafte, qualvolle Weise. Aber würden wir sonst unsere Lektionen lernen? Würden wir wachgerüttelt werden, wenn es nicht weh tun würde? Wenn die Herausforderung nicht so groß wäre, dass die Situation fast aussichtslos erscheint – würden all unsere Kräfte freigesetzt werden? Vermutlich nicht.  

Was für ein hartes, kräftezehrendes Jahr. Nach dem Unfall letzten Sommer wurde mein Leben zum Alptraum. Ich, ein Wirbelwind in Person, wurde aus dem Alltag herausgerissen und ans Bett gefesselt. Ich musste traumatische Operationen über mich ergehen lassen, mich mit Amputationen auseinandersetzen. Dinge, über die niemand nachdenken möchte (und sollte), Entscheidungen die niemand treffen sollte. Was für eine Freude, als ich Ende Oktober wieder erste Schritte ohne Krücken machen konnte. Was für eine intensive, emotionale Zeit mit meiner Familie. Ich war da und hatte auf einmal Zeit. Ganz viel Zeit. Ich hörte zu. Ich lernte meine Kinder von ganz anderen Seiten kennen. Ich ließ mir von meinem Sohn sagen, dass es gar nicht schlimm ist, wenn mir etwas den Boden unter den Füßen wegzieht – weil ich fliegen kann. Dass ich keine Angst haben soll, wenn ich nicht mehr ganz lange laufen oder spazieren gehen kann – die Länge entscheidet doch nicht darüber wie man einen Spaziergang erlebt oder wie wertvoll er ist. Mein Kopf machte nicht immer mit. Mein Herz auch nicht. Opiate machten aus mir teilweise eine „Hülle“, die nicht mal einen Satz zu Ende sprechen konnte. Aber wir standen es durch. Gemeinsam. Ende Februar versuchte ich wieder zu arbeiten. Ignorierte Schmerzen, ignorierte Ratschläge, zog wieder Schuhe an und war auf den Beinen – den ganzen Tag. Ich war wieder zurück. Erschöpft, kraftlos, innerlich ein Wrack, aber zurück. Dachte, die Arbeit würde mir die verlorene Kraft zurückgeben. Ich organisierte Fotoshootings unserer neuen Kollektionen und gab mir nicht die Zeit, die ich noch gebraucht hätte, um gesund zu werden. Für ein paar Tage arbeitete ich wieder von morgens bis abends und blendete alles andere aus. Bis zu diesem schrecklichen Tag Anfang März, als unsere Welt erneut auf den Kopf gestellt wurde – durch den Verkehrsunfall meines Mannes. Der Tag, den ich nie vergessen werde: der Polizeianruf der mich erreichte, die Notaufnahme, mein Mann verletzt auf der Liege, gerade aus der Bewusstlosigkeit erwacht. Die Angst, die ich an diesem Tag hatte lässt sich gar nicht in Worte fassen. Vernichtende, zerstörende Gedanken machten sich wieder breit. Verletzungen, Brüche, Operationen, Krankenhäuser – alles war wieder präsent. Und dabei war ich noch nicht mal gesund. Nicht nur Fantasyroom hat uns nach vielen harten Monaten meiner Abwesenheit dringend gebraucht: Zuhause waren zwei völlig verstörte Kinder, die die Welt nicht mehr verstanden und Angst um ihre Eltern hatten. Ratlosigkeit und Entsetzen herrschten im Team und unter den nahestehenden Lieferanten. Nach zwei Operationen brauchte mein Mann Hilfe und war auf mich angewiesen. Jede Stunde, jede Sekunde erinnerte mich mein nässender, vor Schmerzen pochender Fuß daran, dass etwas nicht stimmte und ein Arztbesuch dringend notwendig war. Aber ich hielt durch, weil es andere Prioritäten gab. Sechs Wochen später, als wir dachten, diese harte Zeit würde endlich hinter uns liegen, und wir uns gerade wieder „gefangen“ hatten, erfuhr ich in weiteren Untersuchungen vom Knochenbefall in meinem Fuß und vom nächsten Eingriff dem ich zustimmen muss, um nicht den kompletten Vorfuß zu verlieren. Kurz davor kündigt die Näherin – während wir mit Fotoshootings beschäftigt sind und wenige Tage bevor die Kollektionen, die sie näht, veröffentlicht werden sollen. Kurz danach fällt ein wichtiger Mitarbeiter für lange Zeit aus, der uns in dieser schweren Zeit den Rücken gedeckt hat. Und genau dazwischen fiel sie: die Entscheidung, das Ladengeschäft aufzugeben, weil es auch andere Wege gibt. Weil uns der Erfolg der Firma um unser Leben betrügt – zumindest empfanden wir es so. Weil wir zu viele Baustellen haben und keine Kraft mehr, uns um alle zu kümmern. Weil es noch eine Welt außerhalb von Fantasyroom gibt, die wir für viele Jahre komplett aus den Augen verloren hatten. Weil das Leben etwas Besseres mit uns vor hat!

Vertrauen. Wenn man lernt darauf zu vertrauen, dass alles was passiert „für etwas gut ist“, öffnen sich neue Türen. Wenn man begreift, wie kostbar jeder einzelne Moment mit unseren Liebsten ist und wie schnell alles vorbei sein kann, lernt man, ihn voll und ganz zu genießen und überlegt genau, womit man seine Zeit verbringt. Wenn man in der Lage ist aus Schicksalsschlägen zu lernen und selbst aus so viel Schmerz und Leid etwas Positives für sich zu ziehen, sieht man plötzlich Wege, die vorher versperrt schienen. Wenn man versteht, dass es gar nicht darum geht keine Probleme zu haben – weil das unmöglich ist – sondern darum, stark genug zu sein um diese zu lösen, sieht man die Dinge mit anderen Augen. Hätte ich auf diese tragischen Unfälle gerne verzichtet? Definitiv! Auf die Zeit, die mir dadurch geschenkt wurde um nach dreizehn Jahren inne zu halten, mein Leben und meine Wege komplett zu überdenken und endlich zu begreifen worauf es im Leben ankommt, (was übrigens die schwerste Übung von allen ist)? Niemals. Dieses harte Jahr hat einen völlig anderen Menschen aus mir gemacht. Ich wurde mit der Gelassenheit beschenkt, Dinge die ich nicht ändern kann zu akzeptieren und trotzdem das Beste aus ihnen zu machen. Endlich zu begreifen, dass es Situationen gibt die so genommen werden müssen wie sie sind, und nicht so wie ich sie mir ausgemalt habe – und trotzdem nicht enttäuscht zu sein. Unseren Hochzeitstag im Mai verbrachten wir nicht wie geplant im Urlaub, sondern auf der Liege im Garten, neben einer Feuerstelle, mit dickem Verband um meinen frisch operierten Fuß, zusammen mit unseren Kindern – und es war wunderschön, wenn auch „anders“. Die Schmerzen, die ich bei fast jedem Schritt habe – und vermutlich immer haben werde – werden dafür sorgen, dass ich das Gelernte nie wieder vergesse. Ich gehe endlich angstfrei durchs Leben: wenn man schon mal in der Situation war, sich am Tag vor dem Eingriff von den eigenen Körperteilen verabschieden zu müssen, weil sie am nächsten Tag nicht mehr da sein werden, dann weiß man, dass man alles meistern kann was einem zustößt. Ja, das war meine Art, mich auf den letzten Eingriff vorzubereiten: mit Loslassen und Abschied Nehmen. Weil mir nichts Besseres einfiel und weil ich hoffte, es würde helfen. Und es half.

Gestern lief ich zum letzten Mal durch die leer geräumten Flächen in unserem Ladengeschäft. Und während sich im Kopf ganz viele alte Bilder abspielten – vom Ausbau vor sieben Jahren, vom Tapezieren der über 300qm Fläche, von der Eröffnung Ende Oktober 2010 – nahm ich auch hiervon Abschied. Es war ein Lebensabschnitt, den ich nicht missen möchte. Er war wichtig und richtig und damals ein großer Traum, der wahr wurde. Aber manche Träume werden auf Dauer zur Belastung und bereiten keine Freude mehr. Und dann muss man stark genug sein sie loszulassen, auch wenn es schwer fällt und endgültig ist. Ich habe das Glück gelernt zu haben, wieviel Kraft in mir steckt. Ich bin dankbar, endlich den Mut zu haben meine Firma so zu führen wie ich es für richtig halte und nicht wie es Andere von mir erwarten: Aufgaben komplett neu zu verteilen, nicht mehr in sondern an der Firma zu arbeiten und im Homeoffice fokussierter und produktiver zu sein. Ich trage meine Firma im Herzen und bin stolz darauf, sie damals aus dem Nichts aufgebaut zu haben, ohne Mitteln und aus eigener Kraft. Mittlerweile weiß ich, auf welche Art von Menschen ich in meinem Team verzichten kann: weil sie der Firma mehr schaden als nutzen, weil sie meine Zeit und Kraft rauben, weil sie das komplette Team ausbremsen. Ich bin dankbar dafür, dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde – sonst hätte ich nicht gelernt, mich zu fangen. Und ja, ich arbeite (immer noch) viel. Viel zu viel und oft bis in die Nacht. Aber meine Arbeit hat sich vom negativen, erdrückenden Stress der mir früher die Luft zum Atmen nahm in den positiven „Stress“ gewandelt. Und diesen brauche ich, um glücklich zu sein. Ich bin nicht mehr ferngesteuert und werde nicht von den Umständen durch den Alltag geschleudert. Ich bin für meine Familie da. Und die gemeinsamen Spaziergänge? Sie sind mein Highlight, jeden Tag. Bei Wind und Wetter. Mal kürzer, mal länger, mal mit mehr und mal mit weniger Schmerzen, und manchmal sogar fast schmerzfrei – aber sie sind immer erfüllend und voller schönen Momenten, die uns niemand nehmen kann.

 

Schwarzer Freitag

Freitag, der Schwarze. Die Menschheit dreht durch. Und wir machen nicht mit. Um es in Worten unserer Teenager zu sagen: Aaaalter! Erstens, wir machen nicht bei jedem Quatsch mit. Und zweitens, Rabatte stehen auf meiner ganz persönlichen Blacklist – um beim Thema zu bleiben – und zwar dauerhaft. Aber, auch bei uns haben Schnäppchenjäger einen Grund zur Freude. Der SALE Bereich ist wieder ganz schön voll. Nicht weil das Wochenende schwarz ist (also aktuell ist es eher grau), sondern weil wir wieder einige Produkte und Marken aussortiert haben, um Platz für neue Produkte und Marken zu schaffen. Et voilá, alle sind glücklich. Auch die schwarzen Freitag Jäger. Zum SALE

 

Schnäppchen!

Schon mal einen Audi zum Preis vom Trabi bekommen? Nein? Schon mal beim Riesen nachgeschaut der mit „a“ anfängt und „mazon“ aufhört? Es würde mich nicht wundern, wenn er das auch hätte. Denn was er definitiv hat sind Verkäufer, die Fotos der Markenprodukte benutzen und dafür billige Fakes liefern. Das Schlimme daran ist: sie sitzen in China. Meistens. Verkäufer samt Produkte. Aber viel schlimmer ist: wir Händler, die für viel Geld Markenprodukte einkaufen – und ja, diese nicht unterm Einkaufspreis verkaufen, weil wir auch Geld verdienen müssen (die Mitarbeiter wollen leider immer noch nicht umsonst arbeiten, so ein Mist) – müssen uns vor unseren Kunden rechtfertigen, denn es sei schließlich „eine Frechheit, so viel Geld für das Produkt XY zu verlangen“. Was dabei vergessen wird: es ist nicht dasselbe Produkt. Da man das Originalprodukt aber nicht kennt, geht man als Kunde einfach davon aus, es sei dasselbe. Es sieht ja schließlich identisch aus. Auf dem Foto versteht sich. Meckern nach Erhalt der Lieferung durch den Riesen? Fehlanzeige. Denn warum sollte man meckern, wenn man schließlich nur ein paar Euro für ein Produkt bezahlt, das im Netz in verschiedenen Shops für ganz viel Geld angeboten wird. Das Produkt ist zwar nicht hochwertig und sieht auch entsprechend billig aus, aber 29 Euro für einen Betthimmel, der „in echt“ ganze 159 Euro kostet, tun ja auch nicht weh. Im Gegenteil – man macht sogar Luftsprünge, weil man ja sooo ein Schnäppchen gemacht hat. Der Verkäufer in China übrigens auch: denn er verkauft nicht nur Fakeprodukte die qualitativ vom Original weit entfernt sind (und in echt nicht mal so aussehen), er verkauft auch seine Kunden für blöd, die es nicht mal merken, dass sie etwas völlig anderes geliefert bekommen als sie gesehen haben. Denn der Kunde geht schließlich davon aus, dass auch andere Händler dieselbe Qualität liefern würden, allerdings zu einem viel höheren Preis. Eine Runde Applaus bitte.

Jeder, der eigene Produkte auf den Markt bringt oder es schon mal gemacht hat, weiß mit wieviel Arbeit das verbunden ist: nicht nur Entwürfe und Prototypen kosten Zeit und Geld. Laufendes Testen, Prüfen, Überwachen der Produktion und zu guter Letzt etliche Fotoshootings, um das Produkt für den Verkauf aufzubereiten, unterschätzt man als Kunde ganz schnell. Mit unserer eigenen Marke wissen wir sehr wohl, wovon wir sprechen. Und dann gibt es tatsächlich noch im Jahre 2017 echte Helden, die einfach per Copy und Paste ein Foto des Originalprodukts in ihren Shop reinballern (der mit „a“ anfängt und „mazon“) aufhört, sämtliche Kunden und Händler für bekloppt halten und nachgemachtes Billigzeug für ein paar Euro liefern, es aber mit einem kopierten Hochglanzfoto des Originals schmücken – weil sie sich nicht mal die Mühe machen ihren Schrott zu fotografieren. Und wissen Sie was das Schlimmste daran ist? Den Riesen interessiert es nicht mal, weil er selbst nicht der Anbieter ist und sich bei jedem Verkauf der Verantwortung entzieht. Ernsthaft? Ich dachte eigentlich, diese Schlaumeier wurden schon vor Jahren aussortiert. Beseitigt. (Geköpft?) Oder was auch immer. Falsch. Sie haben mittlerweile sogar eine Plattform, die sie in ihren krummen Geschäften unterstützt. Pfui, das macht man nicht. Das ist nicht nur unverschämt gegenüber der echten Marke, das ist auch noch Betrug. Denn jeder Verkäufer da draußen ist verpflichtet, das zu liefern was er abbildet. Und jeder ist mit Herzblut dabei. Also nicht der, der betrügt, sondern der, der sich die Arbeit und die Mühe macht. Fazit: die Sätze in diesem Beitrag sind viel zu lang (passiert immer wenn ich stinkesauer bin, dann vergesse ich Luft zu holen). Ähm, Fazit: Du bekommst immer das, was Du bezahlst. Entweder bist du schlau genug um dahinter zu kommen, dass du für den Preis vom Trabi keinen Audi fahren kannst, oder du lässt dich weiterhin für blöd verkaufen und bist überzeugt, ein Wahnsinnsgeschäft gemacht zu haben. Denn unabhängig von der Firmenphilosophie, -Konzept, Herkunftsland oder IQ des Verkäufers: niemand, absolut niemand kann es sich leisten, seine Ware zu verschenken. Wann kommt die Menschheit eigentlich drauf?

 

Neuer Showroom ab 16. Oktober 2017

Es ist wieder soweit: wir ziehen um. Das Schöne daran ist: wir haben Übung. Erst vor 2 Jahren zogen unser Versandlager und die Verwaltung um. Das Ladengeschäft mit fast 370qm Verkaufsfläche und fast 600qm (nicht wirklich sinnvoll genutzten) Lagerflächen blieben am Meeraner Platz zurück. Mit ihnen also auch unser Möbellager und das Outlet. Die Arbeit im neuen Versandlager machte wieder richtig Spaß: groß, hell, freundlich und mit deutlich angenehmeren Temperaturen vom Frühling bis zum Herbst. Anfangs war es sogar im neuen Versandlager eng. Bis im April 2016 die neue, starke (und unverschämt teure) Warenwirtschaft kam. Anfangs war sie nicht stark. Unsere Nerven auch nicht. Denn bei der Implementierung lief alles schief, was nur schief gehen konnte und wir wurden mit unserem Geschäftsmodell zum absoluten Phänomen in Sachen „Sonderfälle“ gekürt. Wir wussten es schon immer – die Jungs von der besagten Warenwirtschaft nicht. Warum? Weil sie nicht zugehört haben. Weil sie Tapeten mit Joghurt verwechselt haben (also, Tapetenchargen mit Mindesthaltbarkeitsdatum), noch nie etwas vom Provisionsgeschäft beim Möbelverkauf gehört haben oder von Auszahlungen von der MwSt. an unsere Schweizer Kunden. (Sagte ich schon? Sie haben nicht zugehört und viel zu viel versprochen). Und das sind nur ein paar Punkte von vielen. Das Ergebnis: die Tapeten liegen auf dem Packtisch. Aber sie wollen nicht in die Versandbox hüpfen und zum Kunden erst recht nicht. Eine der unzähligen Katastrophen, die niemand voraussehen konnte. Würden wir es nochmals tun? NEIN. Aber wir haben es getan und es gab nicht wirklich einen Weg zurück. Mittlerweile tut die neue, starke (und unverschämt teure) Warenwirtschaft fast immer das was sie sollte. Wenn sie es nicht tut, schwitzt ihr Support noch mehr als wir, weil wir nicht locker lassen. So soll es sein. Aber zurück zum Thema: die neue, starke (und teure) Warenwirtschaft hat uns unheimlich viel Platz gespart. In ohnehin sehr vorteilhaften Lagerflächen die in punkto Grundriss und Zufahrt nahezu nach einem Onlineversand wie uns geschrieen haben, können wir jetzt noch viel mehr unterbringen – und das Beste ist, wir finden es sogar wieder. Stellte sich mit der Zeit die Frage, wie die alten Flächen sinvoller genutzt werden könnten – ohne vernünftiger Anlieferung und mit einem bescheidenen Grundriss. Gleichzeitig haben wir am neuen Standort mehr Lagerkapazität im Erdgeschoss und auf der ersten Etage herrlich moderne, großzügige Räumlichkeiten für unsere Verwaltung und die Näherei: dazwischen aber gute 250qm nicht genutzte Flächen. Da liegt es an der Hand, eine schwere, aber wirtschaftliche Entscheidung zu treffen: der Standort am Meeraner Platz wird aufgelöst, statt Ladengeschäft wird am neuen Standort ein Showroom eingerichtet. Denn immerhin kletterten unsere Mietkosten nach dem Umzug im August 2015 auf stolze 21.000 Euro. Wir sammeln uns kurz. Im Monat. Wie geht es einem/mir dabei, die Türen von unserem Ladengeschäft vorerst zu schließen? Nicht gut. Denn es war mein „Baby“ und das wird es immer sein. Als wäre es gestern gewesen, als mein Mann und ich vor 7 Jahren die komplette Fläche selbst ausgebaut, gestrichen, tapeziert, eingerichtet haben. Andererseits haben wir ein weiteres „Baby“ um das wir uns kümmern müssen, und das ist unser Onlineverkauf.

Niemals hätte ich gedacht, dass Fantasyroom jemals diese Größe und Komplexität erreicht, die fast nicht mehr zu überblicken ist (und mit der neuen, starken, teuren Warenwirtschaft wurden die Abläufe eher verkompliziert als vereinfacht). Dass wir über 15 Mitarbeiter/innen haben werden und so(ooo) viel Platz zum arbeiten brauchen. Dazu kommt der Spagat zwischen Shop und Ladengeschäft. Allein das Bestücken des Ladengeschäfts und das Kassensystem, das mit dem Onlineshop verkoppelt ist – normalste Sache der Welt wenn man sowohl stationär als auch online vertreten ist – stellt uns nahezu täglich vor neuen Herausforderungen (und ja, die Warenwirtschaft macht es nicht einfacher). Zusätzlich wird trotz doppelter Lagerhaltung immer jener Artikel gebraucht, der nicht im Ladengeschäft vorrätig ist – also müssen unsere Kunden quer durch die Stadt fahren um den gewünschten Artikel abzuholen, sofern sie ihn am selben Tag noch benötigen. Oder sie kaufen ihn erst gar nicht. Natürlich wussten wir das auch vor dem Umzug – dass es allerdings so(ooo) oft vorkommt, wussten wir nicht. Mit jeder Abholung kommuniziert der Laden mit dem Lagerteam – der rollende Versand wird unterbrochen. 370qm Ladenfläche zu dekorieren und zu pflegen kosten unglaublich viel (nicht vorhandene) Zeit. Meine natürlich. Natürlich habe ich es abgegeben. Den Verkauf, die Kundenberatung, das Tagesgeschäft sowohl online als auch stationär, die Warenpräsentation im Laden. Zumindest so lange, bis ich von Zeit zur Zeit (kritisch) die Verkaufsflächen unter die Lupe nehme und sofort im Anschluss für ein paar Tage den Schreibtisch verlasse um alles neu zu dekorieren (ich schwöre, ich kann nicht anders). Unnötig zu erwähnen, dass in dieser Zeit alle anderen (und wichtigen) Dinge liegen bleiben, immer wieder. Nach dem kurzen Erfolgserlebnis „hach, sieht der Laden wieder schön aus“, kamen wieder schwere Gedanken: wie lange schafft man den Spagat, wie lange geht das noch gut. Nach dem Schicksalschlag letzten Sommer, der alles auf den Kopf (und in Frage) stellte, macht man sich eben Gedanken. Parallel wird die Sehnsucht nach der damaligen Einrichtungsberatung und dem direkten Kundenkontakt immer größer und ich fragte mich so oft, ob das was wir erreicht haben eigentlich auch das ist, was ich wollte. Und dann wird es Zeit Entscheidungen zu treffen die zwar weh tun, aber trotzdem richtig sind. Wir freuen uns also auf unseren neuen Showroom, der ab dem 16. Oktober geöffnet ist. Wir werden eine sehr schöne Möbelausstellung haben, unsere Herzprodukte von Dinki Balloon werden liebevoll zur Schau gestellt, die Termine für die Einrichtungsberatung werden von mir und meinem Mann wieder wahr genommen – denn mit vereinfachten Abläufen sparen wir Zeit, und diese können wir wiederum mit unseren Kunden verbringen. Darauf freue ich mich ganz besonders! Noch nie war die bekannte und so wahre Aussage treffender: eine Tür geht zu und die andere auf… Zumindest jetzt. Ob wir jemals wieder ein „richtiges“ Ladengeschäft haben werden, wissen wir noch nicht. Das wird sich zeigen. Unser Ladengeschäft am Meeraner Platz 1 ist bis einschließlich 9. September geöffnet. Danach erfolgt der Umzug und die Einrichtung des Showrooms. Ab dem 16. Oktober findet man uns in der Wölblinstraße 70 in Lörrach. Wir freuen uns!

 

Dinki Balloon wird 3!

Leute, wie die Zeit vergeht. Heute vor genau 3 Jahren gingen unsere süßen „Dinkis“ online: Bordüren, Wandsticker und Hängelampen mit Elefanten und Heißluftballons. Was waren wir aufgeregt. Was haben wir in unserem kleinen Stadtbüro beim ersten Fotoshooting geschwitzt. Was haben wir uns gefreut, als die ersten Produkte verkauft wurden! Dass unsere Elefantenbordüren beliebt werden würden, das haben wir schon geahnt. Nein, wir haben es gehofft. Aber dass die (damals) etwas exotische Farbkombination mint/taupe bei den Heißluftballons so schnell viele Fans findet, damit haben wir nicht gerechnet. Diese waren mein persönliches Lieblingsstück in der Kollektion und ich kann mich erinnern, als ich damals sagte: „Ich bin mir nicht sicher ob diese Farbe so gut ankommen wird, aber ich will sie haben.“ Bereits wenige Wochen später haben wir uns auf die Schulter geklopft – das haben wir gut gemacht! Was danach passierte überrollte uns: innerhalb kürzester Zeit wurden unsere Dinki Bordüren und Wandaufkleber zu bestverkaufter Wandgestaltung im Shop. Und das mit nur einer Handvoll Produkte. Bereits im Jahr 2016 mauserte sich unsere Herzmarke unter die Top 5 Marken im Shop und dieses Jahr ist sie – tadaaaaaaaa! – auf Platz 2! Dabei haben wir uns immer wieder die bescheidene Frage gestellt: wer kennt eigentlich Dinki Balloon? Die Produkte sind nur in unserem Onlineshop und Ladengeschäft erhältlich und schon derart beliebt und bekannt, dass unsere Kunden gezielt danach suchen. Aber manchmal soll man gar nicht alles hinterfragen, sondern einfach machen. Und das haben wir getan. Trotz vielen Rückschlägen bei den Stoffen und in der Näherei. So hat es über zwei Jahre gedauert, einen Stofflieferanten zu finden, dessen Ansprüche so hoch sind wie unsere. Probiert haben wir vieles: Digitaldruck fast vor Ort, bei dem die Farben nach einem Jahr nichts mehr mit den ursprünglichen Farbtönen gemeinsam hatten, oder man uns erklären wollte, dass die Stoffe unterwegs eingegangen sind und deshalb bei jeder Lieferung ein paar Meter fehlen (wäscht DPD jetzt eigentlich auch Stoffe oder hab ich was verpasst?). Beim zweiten Versuch segelten unsere Schiffchen nicht von links nach rechts sondern von oben nach unten, weil die Druckerei unsere Datei um 90° gedreht hatte (und auch kein Mensch in der Produktion darauf kam dass Schiffe keine Raketen sind). Beim dritten Versuch lieferte man uns Stoffe mit Sternen, die nur teilweise gepunktet waren: ein Teil der Punkte war nicht auf, sondern neben den Sternen gedruckt. Unnötig zu erwähnen dass zwischen den ganzen Versuchen immer viele Monate lagen, weil eine Druckerei vi(iii)el Zeit braucht um nach Farb- und Musterabgleich das Endprodukt zu liefern. Nicht nur wir waren kurz davor das Stoffprojekt wegzuwerfen – beim einen oder anderen (hysterischen) Telefonat gaben unsere Kunden ihre Sternenvorhänge endgültig auf. Aber, heute können wir sagen: Rückschläge gehören zum Alltag, sonst könnte uns ja langweilig werden. Mittlerweile haben wir über 7500 Bordüren und über 7200 Wandaufkleber verkauft. Wenn das keine Motivation für weitere Motive ist, an denen wir fleißig arbeiten. By the way, die schönen, exklusiven Dinki Balloon Textilien, die von unserem lieben Näher direkt in unserem Hause gefertigt werden, gibt es noch gar nicht mal so lange. Wir sind gespannt, wie sich diese zusätzlichen Produkte auf unsere Herzmarke auswirken werden und bleiben – wie immer – super fleißig!

 

Alles wird gut

Heißer Sommernachmittag Ende August 2016, knappe 37° im Schatten. Ich spüre den heißen Fahrtwind, die Arme meiner mitfahrenden Tochter die sich um mich schlingen, sehe grüne Wiesen an mir vorbeiziehen. Ich genieße ein bisschen Freiheit an diesem Freitag Nachmittag, nach einer harten, arbeitsreichen Woche. Endlich ein paar Stunden frei, nach vielen Wochen durchpowern, während meine Arbeitsberge immer höher werden und mich zu ersticken drohen. In diesem Moment sind sie unwichtig, denn heute habe ich mir meinen großen Wunsch erfüllt – vor wenigen Stunden habe ich mein eigenes Quad abgeholt. Ein wenig Ausgleich, ein wenig Freizeit, ein Stück Privatleben zurück nach so vielen Jahren! Dachte ich. Wie dieser Nachmittag mein Leben für immer verändern wird ahne ich noch nicht. Ich fahre durch einen kleinen Ort und merke, wie mein Fahrzeug in einer Spurrille nicht mehr zu lenken und zu halten ist. Ich fahre auf den Bordstein zu. Angst lässt mich erstarren, ich bewege mich nicht, ich bremse nicht. Im nächsten Moment sehe ich den strahlend blauen Himmel, den grauen Asphalt und den grünen Garten am Straßenrand im Wechsel, ich werde durch die Luft geschleudert. Auf den Händen und Knien lande ich auf dem harten Asphalt. Ich bin bei vollem Bewusstsein, kann aber nur schwer atmen. Meine Tochter liegt neben mir und weint verzweifelt und hilflos. Ich will schreien, kann aber nicht Luft holen. Ich will aufstehen, meine Tochter beschützen, sie in Arm nehmen und beruhigen. Ich kann mich aber nicht bewegen. Dann ist jemand da. Menschen die mich in Arm nehmen und auf den Rücken legen, mir vorsichtig den Helm ausziehen. Ich sehe meine Tochter nicht mehr, ich höre sie auch nicht, bekomme Panik. Ich höre nur ganz viele fremde Stimmen und sehe fremde Gesichter. Dann höre ich die vertraute Stimme meines Mannes, die ganz nah bei mir ist und mich zu beruhigen versucht. Verdammt. Ich habe Schmerzen. Starke Schmerzen, die ich niemals für möglich gehalten hätte. Mein ganzer Körper brennt wie Feuer, ich will immer noch schreien, kann aber weder laut schreien noch mich bewegen. Fremde Hände heben mein linkes Bein hoch. Ich sehe meinen blutenden Fuß, Knochen und weiß nun, warum ich derartige Schmerzen habe. Ich versuche immer noch meine Tochter zu sehen oder zu hören und frage nach wo sie ist. Ihr geht es gut, sagt mein Mann. Ich glaube ihm aber nicht. Bis ich eine fremde Stimme in der Ferne rufen höre: „dem Mädchen geht es gut, die Frau ist schwer verletzt!“. Ich bin erleichtert, meinem Kind geht es gut. Der Krankenwagen ist da. Ein freundlicher Notarzt beugt sich über mich und erklärt, er sei vom Basler Luft-Rettungsdienst. Er fragt mich wie ich heiße, wo ich bin, welcher Tag heute ist. Ich beantworte leise seine Fragen. Aber ich bin wütend. Auf mich selbst, auf die Straße, auf das Quad, auf die Hitze, auf die Schmerzen, auf das Leben. Was habe ich nur angestellt! Warum habe ich nichts getan, um den Unfall zu verhindern? Ich flehe den Notarzt an mir Schmerzmittel zu geben. Irgendetwas, egal was, nur damit es aufhört. Er tröstet mich, ich würde gleich etwas bekommen. Meine Brust schmerzt, der Rücken, die Arme und Beine, ich atme nur flach und schwer. Man erklärt mir, dass ich einen Unfall hatte und jetzt mit einem Rettungshubschrauber nach Basel in die Uniklinik gebracht werde. Dann lassen die Schmerzen nach und ich falle immer wieder in Kurzschlaf. Man hat mir starke Schmerzmittel gegeben. In der Notaufnahme bekomme ich noch mehr Schmerz- und Schlafmittel. Ich schlafe immer wieder ein, wache vor qualvollen Schmerzen auf. Man erklärt mir, dass ich links einige Rippenbrüche habe, etliche Schürfwunden und Prellungen am ganzen Körper, dass mein linker Fuß schwer verletzt ist. Eine (gefühllose) Ärztin weckt mich, und während Morphin und Beruhigungsmittel durch meine Venen fließen und ich die Augen krampfhaft zu öffnen versuche um sie anzusehen, erklärt sie mir, dass meine Zehen beim Unfall abgetrennt wurden und sie in einer Not Operation versuchen wird alles wieder zu richten, sie könne aber nichts versprechen. Das Wort „Amputation“ fällt. Tränen laufen in Bächen über meine Wangen und Schläfen, ich spüre meine nassen Haare und feuchtes Kissen. Die Nachricht rüttelt mich wach, ich fühle wie mich pochende Schmerzen nahezu in Stücke reißen. Ich zittere und weine vor Angst, Verzweiflung und Wut, was die Schmerzen nur noch verstärkt. Hätte diese Nachricht nicht bis nach der Operation warten können? Konfrontiert man einen schwer verletzten, blutenden Menschen – der den Unfall mitbekommen hat und weiß, was ihm zugestoßen ist – direkt in der Notaufnahme mit der Amputation? Ich weiß es nicht. In diesem Moment kommt es mir jedenfalls falsch vor, mich darüber aufzuklären was passieren könnte, während man parallel versucht mich zu beruhigen. Ein freundlicher, einfühlsamer Arzt hilft, er betäubt die linke Seite und lässt mich zu Ruhe kommen und einschlafen. Mitten in der Nacht werde ich operiert. Wie folgenschwer der Unfall war, begreife ich noch gar nicht. Denke, dass alles wieder gut wird. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: es folgen 10 Monate voller qualvollen Schmerzen, die man mit Opiaten in den Griff zu bekommen versucht, die aber meine Seele verändern und mich teilweise komplett lahm legen. Ich verliere meine Lebensfreude, falle in ein tiefes Loch, bekomme Angst vor der Zukunft. Mein Leben wird nie wieder wie es war. Dazu erlebe ich den Unfall in meinen Träumen und auch im Wachzustand immer und immer wieder – mache mir Vorwürfe, nichts getan zu haben um ihn zu verhindern. Weiß nicht wohin mit der Wut auf mich selbst, auf die Welt. Aber meiner Tochter geht es gut, sie hatte nur ein paar Schürfwunden. Das ist das einzige was zählt. Das gibt mir Kraft und allein die Vorstellung, ich hätte ihr diese schweren Verletzungen zufügen können, lässt mein Blut in den Adern gefrieren, immer und immer wieder. Am nächsten Tag werden mir alle meine Verletzungen bewusst. Rippenbrüche lassen mich schwer atmen, sprechen oder liegen. Aufstehen darf ich nicht. Mein Fuß wurde gequetscht, ist dick angeschwollen, die Zehen wurden dran „gebastelt“ und werden nun mit Drähten zusammen gehalten. Mein Körper ist mehr blau und rot als hautfarben. Man pumpt mich mit Medikamenten voll, venös und mit Tabletten, Schmerzen habe ich trotzdem. Aber man sagt mir, es hätte schlimmer kommen können. Und es kam schlimmer. Neun Tage später muss ich wieder operiert werden. Dieser Tag wird für mich noch viel qualvoller als der Unfall selbst. Ich werde vorbereitet, in den kalten OP Raum geschoben, ich friere und zittere, man bindet meine Arme fest und ich höre und sehe Ärzte, die mit dem Eingriff schon beginnen. Ich bekomme so viel Schlafmittel, dass meine Atmung schon aussetzt – heißt es später – aber ich werde immer wieder wach. Ich weine, ich zittere und fühle mich so hilflos und verzweifelt wie noch nie zuvor. Dann zeigt man endlich Gnade und wirft den Plan um – ich bekomme Vollnarkose und schlafe ein. Fast neun Monate später, mit starken und anhaltenden Schmerzen, mehr Tiefen als Höhen, Angst und wunder Seele wird klar, warum eine der vielen Wunden nicht richtig heilt und höllische Schmerzen verursacht: ein übersehener Infekt. Weitere Untersuchungen folgen, ich werde erneut mit dem Wort Amputation konfrontiert und meine Welt bricht ein weiteres mal zusammen. Wie geht es einem dabei? Man will flüchten, man will sich verstecken, man will dass es endlich aufhört. Man will zerstören, sich die Seele aus dem Leib reißen, ja, man will sich einfach in Luft auflösen. Aber es gibt keinen Fluchtweg. Ich schaffe es, aus dem tiefen Loch wieder heraus zu krabbeln. Für meine Kinder, meine Familie die mich auffängt und mich braucht. Ich bereite mich so gut es geht auf diese weitere – und hoffentlich letzte – Operation vor. Sofern man sich auf so einen Eingriff vorbereiten kann. Ich arbeite hart an mir, jeden Tag, stelle mich auf das schlimmste ein: auf Opiate, auf höllische Schmerzen, darauf, dass ich den ganzen Weg nochmal gehen muss, ob ich es will oder nicht. Ich hoffe, dass es Fantasyroom weitere Monate ohne mich schaffen wird. Und ich überstehe es. Sogar viel besser, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Ich habe dazu gelernt. Ich habe Frieden mit dem Leben geschlossen, ich habe gelernt zu vergeben – mir selbst, dem Leben, den Umständen. Und ich kann wieder fast schmerzfrei laufen. Ich kann wieder Schuhe anziehen. Die letzte Operation, die gerade mal vier Wochen her ist, hat den Heilungsprozess stark beschleunigt. Ich kann wieder arbeiten. Ich werde nie wieder offene Schuhe tragen. Ich werde nie wieder barfuß über den Rasen oder den Sand laufen. Ich werde mich nie wieder auf einen Strandurlaub freuen. Es werden einige Jahre vergehen, bis die abgetrennten Nerven gelernt haben, dass da etwas war, aber nicht mehr ist, und sie keine (schmerzhaften) Signale mehr aussenden. Ich werde mich auch auf den Anblick irgendwann gewöhnen. Ich kann laufen ohne zu humpeln und auch wenn ich bei der Schuhauswahl eingeschränkt bin, sieht man mir die Verletzung gar nicht an. Die Wunden an der Seele werden auch heilen. Das weiß ich!

Aber was wir alle nicht wissen ist, was das Leben noch mit uns vor hat. Also genieße jeden Moment. Sei dankbar, dass du morgens alleine aufstehen kannst und beide Füße auf den Boden setzen kannst. Dankbar, dass du selbstständig zur Toilette gehen kannst, unter die Dusche, oder dir etwas zu essen machen kannst. Sei dankbar dass du eine Arbeit hast, denn von einer Sekunde auf die nächste können Existenzen zerstört werden. Sei dankbar dass deine Familie gesund ist. Dankbar dass sie für dich da ist und alles mit dir durchsteht und vergiss niemals, dass diese Menschen das wichtigste auf der ganzen Welt sind. Vertraue darauf, dass es Leben immer gut mit dir meint – bei Höhen wie bei Tiefen. Wo Licht ist, da ist auch Schatten – und beides ist vergänglich. Wenn es dir gut geht, genieß es und denke daran, dass es viel zu schnell vorbei sein kann. Wenn es dir schlecht geht, denke auch daran dass die schwere Zeit vorbei gehen wird. Sei dankbar, dass du in einem friedlichen, reichen Land lebst, selbst wenn du nur wenig zum leben hast (oder es denkst). Konzetriere dich auf Dinge die du hast, nicht auf Dinge die du nicht (mehr) hast. Und vergiss niemals dein Leben zu leben, egal wie hoch deine Arbeitsberge auch sein mögen – sie sind nur ein Teil von dem was dich umgibt, aber sie sind niemals der (einzige) Grund dafür, dass du auf diesem Planeten gelandet bist!