Archiv der Kategorie: Hinter den Kulissen

Alles wird gut

Heißer Sommernachmittag Ende August 2016, knappe 37° im Schatten. Ich spüre den heißen Fahrtwind, die Arme meiner mitfahrenden Tochter die sich um mich schlingen, sehe grüne Wiesen an mir vorbeiziehen. Ich genieße ein bisschen Freiheit an diesem Freitag Nachmittag, nach einer harten, arbeitsreichen Woche. Endlich ein paar Stunden frei, nach vielen Wochen durchpowern, während meine Arbeitsberge immer höher werden und mich zu ersticken drohen. In diesem Moment sind sie unwichtig, denn heute habe ich mir meinen großen Wunsch erfüllt – vor wenigen Stunden habe ich mein eigenes Quad abgeholt. Ein wenig Ausgleich, ein wenig Freizeit, ein Stück Privatleben zurück nach so vielen Jahren! Dachte ich. Wie dieser Nachmittag mein Leben für immer verändern wird ahne ich noch nicht. Ich fahre durch einen kleinen Ort und merke, wie mein Fahrzeug in einer Spurrille nicht mehr zu lenken und zu halten ist. Ich fahre auf den Bordstein zu. Angst lässt mich erstarren, ich bewege mich nicht, ich bremse nicht. Im nächsten Moment sehe ich den strahlend blauen Himmel, den grauen Asphalt und den grünen Garten am Straßenrand im Wechsel, ich werde durch die Luft geschleudert. Auf den Händen und Knien lande ich auf dem harten Asphalt. Ich bin bei vollem Bewusstsein, kann aber nur schwer atmen. Meine Tochter liegt neben mir und weint verzweifelt und hilflos. Ich will schreien, kann aber nicht Luft holen. Ich will aufstehen, meine Tochter beschützen, sie in Arm nehmen und beruhigen. Ich kann mich aber nicht bewegen. Dann ist jemand da. Menschen die mich in Arm nehmen und auf den Rücken legen, mir vorsichtig den Helm ausziehen. Ich sehe meine Tochter nicht mehr, ich höre sie auch nicht, bekomme Panik. Ich höre nur ganz viele fremde Stimmen und sehe fremde Gesichter. Dann höre ich die vertraute Stimme meines Mannes, die ganz nah bei mir ist und mich zu beruhigen versucht. Verdammt. Ich habe Schmerzen. Starke Schmerzen, die ich niemals für möglich gehalten hätte. Mein ganzer Körper brennt wie Feuer, ich will immer noch schreien, kann aber weder laut schreien noch mich bewegen. Fremde Hände heben mein linkes Bein hoch. Ich sehe meinen blutenden Fuß, Knochen und weiß nun, warum ich derartige Schmerzen habe. Ich versuche immer noch meine Tochter zu sehen oder zu hören und frage nach wo sie ist. Ihr geht es gut, sagt mein Mann. Ich glaube ihm aber nicht. Bis ich eine fremde Stimme in der Ferne rufen höre: „dem Mädchen geht es gut, die Frau ist schwer verletzt!“. Ich bin erleichtert, meinem Kind geht es gut. Der Krankenwagen ist da. Ein freundlicher Notarzt beugt sich über mich und erklärt, er sei vom Basler Luft-Rettungsdienst. Er fragt mich wie ich heiße, wo ich bin, welcher Tag heute ist. Ich beantworte leise seine Fragen. Aber ich bin wütend. Auf mich selbst, auf die Straße, auf das Quad, auf die Hitze, auf die Schmerzen, auf das Leben. Was habe ich nur angestellt! Warum habe ich nichts getan, um den Unfall zu verhindern? Ich flehe den Notarzt an mir Schmerzmittel zu geben. Irgendetwas, egal was, nur damit es aufhört. Er tröstet mich, ich würde gleich etwas bekommen. Meine Brust schmerzt, der Rücken, die Arme und Beine, ich atme nur flach und schwer. Man erklärt mir, dass ich einen Unfall hatte und jetzt mit einem Rettungshubschrauber nach Basel in die Uniklinik gebracht werde. Dann lassen die Schmerzen nach und ich falle immer wieder in Kurzschlaf. Man hat mir starke Schmerzmittel gegeben. In der Notaufnahme bekomme ich noch mehr Schmerz- und Schlafmittel. Ich schlafe immer wieder ein, wache vor qualvollen Schmerzen auf. Man erklärt mir, dass ich links einige Rippenbrüche habe, etliche Schürfwunden und Prellungen am ganzen Körper, dass mein linker Fuß schwer verletzt ist. Eine (gefühllose) Ärztin weckt mich, und während Morphin und Beruhigungsmittel durch meine Venen fließen und ich die Augen krampfhaft zu öffnen versuche um sie anzusehen, erklärt sie mir, dass meine Zehen beim Unfall abgetrennt wurden und sie in einer Not Operation versuchen wird alles wieder zu richten, sie könne aber nichts versprechen. Das Wort „Amputation“ fällt. Tränen laufen in Bächen über meine Wangen und Schläfen, ich spüre meine nassen Haare und feuchtes Kissen. Die Nachricht rüttelt mich wach, ich fühle wie mich pochende Schmerzen nahezu in Stücke reißen. Ich zittere und weine vor Angst, Verzweiflung und Wut, was die Schmerzen nur noch verstärkt. Hätte diese Nachricht nicht bis nach der Operation warten können? Konfrontiert man einen schwer verletzten, blutenden Menschen – der den Unfall mitbekommen hat und weiß, was ihm zugestoßen ist – direkt in der Notaufnahme mit der Amputation? Ich weiß es nicht. In diesem Moment kommt es mir jedenfalls falsch vor, mich darüber aufzuklären was passieren könnte, während man parallel versucht mich zu beruhigen. Ein freundlicher, einfühlsamer Arzt hilft, er betäubt die linke Seite und lässt mich zu Ruhe kommen und einschlafen. Mitten in der Nacht werde ich operiert. Wie folgenschwer der Unfall war, begreife ich noch gar nicht. Denke, dass alles wieder gut wird. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: es folgen 10 Monate voller qualvollen Schmerzen, die man mit Opiaten in den Griff zu bekommen versucht, die aber meine Seele verändern und mich teilweise komplett lahm legen. Ich verliere meine Lebensfreude, falle in ein tiefes Loch, bekomme Angst vor der Zukunft. Mein Leben wird nie wieder wie es war. Dazu erlebe ich den Unfall in meinen Träumen und auch im Wachzustand immer und immer wieder – mache mir Vorwürfe, nichts getan zu haben um ihn zu verhindern. Weiß nicht wohin mit der Wut auf mich selbst, auf die Welt. Aber meiner Tochter geht es gut, sie hatte nur ein paar Schürfwunden. Das ist das einzige was zählt. Das gibt mir Kraft und allein die Vorstellung, ich hätte ihr diese schweren Verletzungen zufügen können, lässt mein Blut in den Adern gefrieren, immer und immer wieder. Am nächsten Tag werden mir alle meine Verletzungen bewusst. Rippenbrüche lassen mich schwer atmen, sprechen oder liegen. Aufstehen darf ich nicht. Mein Fuß wurde gequetscht, ist dick angeschwollen, die Zehen wurden dran „gebastelt“ und werden nun mit Drähten zusammen gehalten. Mein Körper ist mehr blau und rot als hautfarben. Man pumpt mich mit Medikamenten voll, venös und mit Tabletten, Schmerzen habe ich trotzdem. Aber man sagt mir, es hätte schlimmer kommen können. Und es kam schlimmer. Neun Tage später muss ich wieder operiert werden. Dieser Tag wird für mich noch viel qualvoller als der Unfall selbst. Ich werde vorbereitet, in den kalten OP Raum geschoben, ich friere und zittere, man bindet meine Arme fest und ich höre und sehe Ärzte, die mit dem Eingriff schon beginnen. Ich bekomme so viel Schlafmittel, dass meine Atmung schon aussetzt – heißt es später – aber ich werde immer wieder wach. Ich weine, ich zittere und fühle mich so hilflos und verzweifelt wie noch nie zuvor. Dann zeigt man endlich Gnade und wirft den Plan um – ich bekomme Vollnarkose und schlafe ein. Fast neun Monate später, mit starken und anhaltenden Schmerzen, mehr Tiefen als Höhen, Angst und wunder Seele wird klar, warum eine der vielen Wunden nicht richtig heilt und höllische Schmerzen verursacht: ein übersehener Infekt. Weitere Untersuchungen folgen, ich werde erneut mit dem Wort Amputation konfrontiert und meine Welt bricht ein weiteres mal zusammen. Wie geht es einem dabei? Man will flüchten, man will sich verstecken, man will dass es endlich aufhört. Man will zerstören, sich die Seele aus dem Leib reißen, ja, man will sich einfach in Luft auflösen. Aber es gibt keinen Fluchtweg. Ich schaffe es, aus dem tiefen Loch wieder heraus zu krabbeln. Für meine Kinder, meine Familie die mich auffängt und mich braucht. Ich bereite mich so gut es geht auf diese weitere – und hoffentlich letzte – Operation vor. Sofern man sich auf so einen Eingriff vorbereiten kann. Ich arbeite hart an mir, jeden Tag, stelle mich auf das schlimmste ein: auf Opiate, auf höllische Schmerzen, darauf, dass ich den ganzen Weg nochmal gehen muss, ob ich es will oder nicht. Ich hoffe, dass es Fantasyroom weitere Monate ohne mich schaffen wird. Und ich überstehe es. Sogar viel besser, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Ich habe dazu gelernt. Ich habe Frieden mit dem Leben geschlossen, ich habe gelernt zu vergeben – mir selbst, dem Leben, den Umständen. Und ich kann wieder fast schmerzfrei laufen. Ich kann wieder Schuhe anziehen. Die letzte Operation, die gerade mal vier Wochen her ist, hat den Heilungsprozess stark beschleunigt. Ich kann wieder arbeiten. Ich werde nie wieder offene Schuhe tragen. Ich werde nie wieder barfuß über den Rasen oder den Sand laufen. Ich werde mich nie wieder auf einen Strandurlaub freuen. Es werden einige Jahre vergehen, bis die abgetrennten Nerven gelernt haben, dass da etwas war, aber nicht mehr ist, und sie keine (schmerzhaften) Signale mehr aussenden. Ich werde mich auch auf den Anblick irgendwann gewöhnen. Ich kann laufen ohne zu humpeln und auch wenn ich bei der Schuhauswahl eingeschränkt bin, sieht man mir die Verletzung gar nicht an. Die Wunden an der Seele werden auch heilen. Das weiß ich!

Aber was wir alle nicht wissen ist, was das Leben noch mit uns vor hat. Also genieße jeden Moment. Sei dankbar, dass du morgens alleine aufstehen kannst und beide Füße auf den Boden setzen kannst. Dankbar, dass du selbstständig zur Toilette gehen kannst, unter die Dusche, oder dir etwas zu essen machen kannst. Sei dankbar dass du eine Arbeit hast, denn von einer Sekunde auf die nächste können Existenzen zerstört werden. Sei dankbar dass deine Familie gesund ist. Dankbar dass sie für dich da ist und alles mit dir durchsteht und vergiss niemals, dass diese Menschen das wichtigste auf der ganzen Welt sind. Vertraue darauf, dass es Leben immer gut mit dir meint – bei Höhen wie bei Tiefen. Wo Licht ist, da ist auch Schatten – und beides ist vergänglich. Wenn es dir gut geht, genieß es und denke daran, dass es viel zu schnell vorbei sein kann. Wenn es dir schlecht geht, denke auch daran dass die schwere Zeit vorbei gehen wird. Sei dankbar, dass du in einem friedlichen, reichen Land lebst, selbst wenn du nur wenig zum leben hast (oder es denkst). Konzetriere dich auf Dinge die du hast, nicht auf Dinge die du nicht (mehr) hast. Und vergiss niemals dein Leben zu leben, egal wie hoch deine Arbeitsberge auch sein mögen – sie sind nur ein Teil von dem was dich umgibt, aber sie sind niemals der (einzige) Grund dafür, dass du auf diesem Planeten gelandet bist!

 

Neue Öffnungszeiten

Was für eine Frechheit: nach 6 langen Wochen schreibe ich mal wieder, und dann habe ich auch noch schlechte Nachrichten. Weil niemand gerne schlechte Nachrichten los wird – und noch weniger als niemand diese lesen/hören will – mache ich es ganz kurz und schmerzlos: ab morgen haben wir unser Ladengeschäft nur noch bis 16:00 Uhr statt bis 18:00 Uhr geöffnet. Warum eigentlich? Aaalso: wir haben Arbeit für mindestens 10 (zugegeben, das sind gute Nachrichten). Sind aber nur 5 (das sind wieder schlechte Nachrichten). Ab morgen sind wir eigentlich 6 (und wieder gute Nachrichten). Dann fehlen aber immer noch 4 (schlechte Nachrichten). Ich drehe am Rad und laufe gleichzeitig die Wände hoch (was für ein Multitasking), und die Arbeitsberge werden trotzdem nicht kleiner. Höchste Zeit also, Nägel mit Köpfen zu machen und zu schauen, wo Zeit gespart werden kann. Dass es immer unsere Kunden vor Ort trifft, tut mir ja auch wirklich schrecklich leid. Aber da müssen wir jetzt zusammen durch. Zumindest bis Ende Jahr, und dann sehen wir weiter – ob wir dann schon um 14:00 Uhr schließen müssen (kleiner Scherz). Also hoffe ich ganz fest auf ganz viel Verständnis.

Und was ist eigentlich der Plan? Wir haben unseren Arbeitsbergen den Kampf angesagt: es wird aufgeholt, aufgeräumt, organisiert und die Aufgaben neu verteilt. So lange, bis ich nichts mehr zu tun habe (2. kleiner Scherz). Nebenher wird unser Onlineshop optimiert. Dafür braucht man Zeit, die wir uns nehmen müssen. Übrigens starten wir schon morgen: mit den neuen Öffnungszeiten, mit dem Aufräumen und Einarbeiten unserer neuen Bürokraft. Wir freuen uns. Unsere Kunden nicht. Die Welt ist so ungerecht. Aber wir machen es auch wieder gut. Indianerehrenwort.

 

Spontanität

Wir wollen mal ein bisschen spontan sein. Und fahren doch in Urlaub. Einfach so. Wäre ich gemein würde ich sagen – „ausgetrickst“. Denn erst vor Kurzem gab ich an, der Urlaub sei gestrichen. Aber wissen Sie was? Wir lieben und leben was wir tun. An 365 Tagen im Jahr. Dafür streichen wir ganz viele andere Dinge, Tag für Tag. Und das kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Also wollen wir die Seele ein bisschen baumeln lassen. Und den Rest gleich mit, z.B. in einer Hängematte. Kurzum: die Wilkes machen sich aus dem Staub für 10 kleine Tage (im direkten Vergleich zu 365 hört es sich weniger schlimm an – für unsere Kunden). Gute Nachricht: der Onlineverkauf geht weiter, der Versand rollt. All dies dank unserem hervorragenden Lagerteam, das Tag für Tag Überwältigendes auf die Beine stellt. Die Anfragen werden bearbeitet, das Telefon ist besetzt – dies dank unserer lieben Frau Anastasiadis, die die Stellung hält. Ich würde sagen, man merkt fast nicht, dass wir weg sind. Die schlechte Nachricht: unser Ladengeschäft ist vom 18.08. bis einschließlich 29.08. nur notbesetzt (ich könnte jetzt auch sagen geschlossen, aber „notbesetzt“ hört sich besser an – für unsere Kunden). Notbesetzt deshalb, weil Warenabholungen trotzdem möglich sind (aber nur, wenn Sie die Klingel finden). Beratung und Verkauf sind nur nach vorheriger Terminabsprache möglich (oder wenn Sie sturmklingeln).
Also ich finde, für derartige Spontanität haben wir uns aber ziemlich gut organisiert (könnte mich schon wieder selber küssen). Und jetzt verraten wir Ihnen noch, wann es soweit ist: schon dieses Wochenende. Samstag Nacht geht es mit Kind und Kegel nach Süden. Einfach so…

 

Musterversandpause

Wir kaufen ein, wir schneiden, wir falten, wir beschriften, wir sortieren, wir packen – und dann fangen wir wieder von vorne an. Tag für Tag. Und jetzt haben wir die Faxen dicke. Der komplette Musterversand wird neu eingerichtet, und das ist inmitten der laufend anbahnenden Alltagkatastrophen nicht (mehr) möglich. Sonst drehen wir uns so lange im Kreis, bis uns schwindelig wird. Und das hätte zur Folge, dass wir nicht mehr gerade schneiden können. Also machen wir Pause. Nicht mit dem Schneiden, sondern mit dem Zusammensuchen und Verpacken. Dann bekommt jedes Musterchen ein Nümmerchen und ein Plätzchen, und wir sind (hoffentlich) nicht mehr schon morgens um neun mit den Nervchen am Endchen. Dann machen wir auch weiter mit den Päckchen. Vom 01. bis 31. August ist also kein Musterversand möglich und ich bitte um Kenntnisnahme, vorzugsweise mit ohne Beschwerdchen.

 

Beschwerden

Es liegt in der Natur des Menschen, sich zu beschweren. Scheint die Sonne, ist es „viel zu heiss“. Ist Regenwetter angesagt, ist es „viel zu nass“. Haben wir viel zu tun, sind wir erschöpft. Haben wir wenig zu tun, langweilen wir uns. Liefern wir sofort, dann war es eben zu schnell (man/frau wollte noch was dazu bestellen). Liefern wir nicht so schnell (weil wir auf Warenlieferung warten müssen), dann wird täglich nachgefragt, warum es so lange dauert. Bieten wir versandkostenfreie Lieferungen ab 100 Euro an, ist man/frau uns böse, dass der Rückversand nicht kostenlos ist – tägliche Beschwerden. Legen wir Retourenscheine bei und übernehmen immer und für alles die Rücksendekosten, ist man/frau uns böse, dass es keine versandkostenfreien Lieferungen mehr gibt – Tendenz steigende Beschwerden.

Erstatten wir die Versandkosten beim Musterversand, beschwert man/frau sich, dass die Muster selbst nicht verrechnet werden, sondern nur das Porto. Schicken wir ein Bordürenmuster, bekommen wir eine Beschwerde: auf dem Musterstück sei aber der Rüssel des Elefanten nicht abgebildet. Schicken wir ein Tapetenmuster, bekommen wir eine Beschwerde: man/frau wollte es einrahmen, das Muster sei aber gefaltet. Starten wir eine erfolgreiche Kooperation mit einem unserer Lieferanten, beschwert sich die Konkurrenz. Sagen wir es gemeinsam: egal was man tut und wie man es tut, es gibt immer den einen oder anderen, der es besser kann. Was tun? Sich freuen, wenn die Sonne scheint. Dem Regen beim Einschlafen lauschen, weil das wunderbar entspannend ist. Sich über viel Arbeit freuen, denn hätten wir keine, hätten wir ganz andere Sorgen. Sich den Rüssel des Elefanten denken, denn schließlich sieht man seine Beine und Ohren und kann sich die Farbe vorstellen (oder gleich eine Bordürenrolle kaufen, dann sind ganz viele Elefanten dabei – vom Rüssel bis zum Hinterteil). 4,50 Euro für ein versichertes DHL Paket bezahlen und sich freuen, dass es immerhin um 2,40 Euro günstiger ist als ein reguläres DHL Paket. Sich freuen, dass man bequem vom Sofa aus im Netz einkaufen kann und die Pakete ins Haus geliefert bekommt (für nur 4,50 Euro, egal wie groß und wie schwer, ob 1 Paket oder gleich 5). Denn schließlich muss man sich bei Hitze oder Regenwetter nicht in die Stadt quälen um Besorgungen zu machen, oder diese selbst nach Hause tragen. (Alternativ kann man sich aber auch beschwerdenreich auf den Weg von Hamburg nach Lörrach machen und die Tapeten bei uns abholen, dann entfallen die Versandkosten). Und sich freuen, dass man etwas bei Nichtgefallen kostenlos zurückschicken kann (sogar einen Elefantenrüssel).

Warum erzähle ich das? Wenn sich alle um mich herum beschweren, dann muss ich noch viel mehr Schokolade essen, um alle Beschwerden zu verkraften. Dann ist meine Schokolade schneller alle und der Lieblingslieferant, der mit der Ware auch gleich Schokoladennachschub vorbei bringt gerade im Urlaub. Das sind wahre Sorgen! Da muss ich mich – aus Solidarität – glatt mitbeschweren.

 

Urlaub gestrichen

Diesen Sommer haben unsere Kunden nichts zu befürchten – Betriebsferien tun wir uns dieses Jahr nämlich nicht an. Also, nicht dass der Urlaub keinen Spaß machen würde – es sei denn, man fährt im Hochsommer an die Nordsee und hat keine Winterjacke und Gummistiefel dabei – aber die Wochen davor und danach. Dann herrscht nämlich Ausnahmezustand. Den Versand erneut für 2-3 Wochen auf´s Eis zu legen ist undenkbar, das Ladengeschäft komplett zu schließen ebenso. Vielleicht machen wir uns für 2-3 Tage spontan aus dem Staub, aber hoffentlich werden unsere Kunden nichts davon merken – der Versand und der lokale Verkauf laufen weiter. Ansonsten halten wir die Stellung, bis zum bitteren Ende (Weihnachten). Dann soll die Welt ja sowieso untergehen. Und bis dahin muss sie schließlich fertig tapeziert werden.

 

Lebenszeichen

Junge, junge – es ist schon wieder Mai. Da habe ich den Blog ordentlich vernachlässigt. Gründe gibt es einige: es gab nichts zu lästern (kleiner Scherz), keine Zeit (kein Scherz) und ich hatte/habe mit Facebook schon genug zu tun (leider auch kein Scherz). Also darf ich vorstellen: Sanja Wilke, die Rekordbrecherin in Schokolade essen und Tapetenbücher wälzen. Was gibt´s Neues? Tapeten (was denn sonst). Aber nicht nur (auch ein paar neue Schokoladensorten entdeckt). Was sonst? Noch kein Opfer gefunden auf das ich Facebook abwälzen kann und derjenige der mich dazu überredet hat sitzt immer noch in Berlin. Alles muss man selber machen. Auch den Blog nicht schreiben. Und sich im Büro mit 13 neuen Tapetenkollektionen herumschlagen. Chef hat gesagt, die Heimtex Messe gehört verboten (das ist die mit Tapeten und Stoffen). Ganz spontan hüpften wir nach Frankfurt und dann hüpften uns ganze 13 Tapetenbücher hinterher. Der Chef hat (leider) aufgepasst, sonst wären es mindestens doppelt so viele geworden. Wie soll man ähm Frau denn auch in einer ganzen Halle voller Tapeten und Stoffe die Ruhe bewahren? Also haben wir davon jetzt ganz viel (Tapeten und nicht Ruhe). Ein paar Bücher sind übrigens schon online, laufend kommen neue dazu. Wollen Sie eigentlich wissen, was das schöne an Tapetenbüchern ist? Nein? Egal. Das schöne an Tapetenbüchern ist, dass sie herrlich wenig Platz brauchen – trotz der hohen Anzahl beanspruchen sie gerade mal eine kleine Ecke im Büro. Wissen Sie, was das unschöne an Tapetenbüchern ist? Die dazugehörigen Musterrollen. Diese machen sich nämlich ganz schön breit (zum Glück aber nicht im Büro). Bisher wurde schon der doppelte Platz im Lager für Musterrollen und -stücke geopfert (Tendenz steigend). Wir werden sehen, wo das noch hinführt (ich tippe auf den Tapetenkleister). Wollen Sie sehen, wo der kommende Link hinführt? Na direkt und ohne Umwege zu unseren Tapeten (was denn sonst). Also ab in den Shop und neue Tapeten entdecken – ich habe nämlich keinen Quatsch erzählt.

 

Vermöbelt

Wenn jeder zweite Möbelverkauf eine Reklamation zur Folge hat, hat man entweder die falschen Möbel im Sortiment oder den falschen Lieferanten. Oder beides. Seit einem halben Jahr bekommen wir regelmäßig falsche Teile, kaputte Teile oder gar keine Teile die alle eines gemeinsam haben: eine miserable Lackierung. Wir sind sauer. Unsere Kunden auch. Sind die Möbel ausnahmsweise in Ordnung und läuft alles nach Plan, braucht der Spediteur für die Zustellung zu lange – bis zu 4 Wochen innerhalb Deutschlands – unsere Kunden sind sauer. Wir auch. Geht es mit viel Glück schneller, nimmt der Spediteur unseren (bezahlten) Vertrageservice ins Kinderzimmer nicht ernst und will seinen Job nicht machen. Er lädt die Möbel vor der Tür ab und fährt davon. Unsere Kunden sind sauer. Wir auch. Wir suchen und finden einen neuen Spediteur für den Möbelversand. Geht ganze 2 Wochen gut. Danach: von 10 Kundenaufträgen werden 8 nicht vertragen, oder verschrottet, oder beides. Wir rennen unserem Geld hinterher und sind richtig, richtig sauer. Fassen wir zusammen: der Lieferant liefert zu 50% unbrauchbare Möbel. Die anderen 50% verschrottet der Spediteur. Der Lieferant liefert Ersatzteile nach. Wir versenden Ersatzteile auf unsere Kosten an den Kunden weiter. Der Spediteur verschrottet auch die Ersatzteile. (Wir sind kurz davor den Spediteur zu vermöbeln und essen Schokolade.) Erste Maßnahme: Möbel die laufend Reklamationen verursachen fliegen vorerst aus dem Shop und Laden. Abverkauf. Zweite Maßnahme: der Spediteur bekommt unsere Möbel nicht mehr in die Hand. Kein Möbelversand. Kunden sind sauer. (Wir laden ein zum gemeinsamen Schokoladenessen.) Und nun? Vor ein paar Tagen war unser Shop ziemlich möbellos. Jetzt ist er wieder aufgemöbelt, aber nur auf Abholung mit ohne Versand. Wir suchen und finden Alternativen – sowohl für den Versand als auch für den Lieferanten. Gute Nachrichten: 1. Voraussichtlich ab dem 15.04. rollt unser Möbelversand wieder, diesmal mit zwei Mann inkl. Müllentsorgung (hoffentlich nur Müll in Form von Kartonage und nicht von verschrotteten Möbeln). 2. Gespräche mit 2 neuen Möbellieferanten die ihre Möbellieferungen inkl. Montage beim Kunden selbst übernehmen sind abgeschlossen, wir starten in Kürze. Schlechte Nachrichten: die guten Nachrichten umgekehrt – unsere Kunden aus der Schweiz gucken in die Röhre, denn ihnen können wir weder Versand durch uns noch den neuen Möbellieferanten anbieten. Dafür vi(iii)el Schokolade. Abzuholen in unserem Ladengeschäft. Am besten zusammen mit Möbeln.

 

Kinderzimmerideen sind online!

Habe fertig – aus einer Idee (entstanden vor 4 Jahren), eingerichteter Software (vor 2 Jahren) und dem Ehrgeiz, die Sache endlich zu Ende zu bringen (vor 8 Wochen), sieht man seit knapp 2 Tagen das Ergebnis. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Vieles wurde ganz anders als ursprünglich geplant, dafür noch viel schöner und umfangreicher. Ein bisschen stolz darf ich auch auf mich sein: eine vollwertige Webseite ist entstanden die mehr verdient, als „nur“ eine Subdomain zu sein. Deshalb haben wir uns einen schönen Namen dafür ausgedacht: www.kinderzimmer-gestaltungstipps.de

Auf unserer neuen Webseite finden Eltern wertvolle Tipps und Ideen rund um Ihre Babyzimmer- und Kinderzimmergestaltung, eine Farbberatung, Tipps für den Möbelkauf, einen Tapetenlexikon, Tapetenrechner, verschiedene Wandgestaltungsmöglichkeiten, sowie Informationen rund um Textilien und unseren Nähservice. Wir liefern Raumbeispiele und Inspirationen, Links zu den gezeigten Produkten, stellen unsere Shopneuheiten vor und verschiedene Pdf Kataloge als Download zur Verfügung.

Nun melde ich mich wieder im Alltag zurück (was habe ich verpasst: -25 Grad, dürfte ich bitte wieder ins kuschelige Zuhausebüro zurückkehren?). Auch wenn es anstrengend war und ich teilweise das Gefühl hatte erst im nächsten Leben fertig zu werden – es hat mir einen Riesenspaß gemacht. Nun ab sofort geöffnet für Jedermann und Jedefrau:

 

Gute Vorsätze

Was sind eigentlich gute Vorsätze? Und warum braucht man ein neues Jahr dafür? Man nimmt sich etwas vor und kann/will es umsetzen – oder auch nicht. So versuche ich z.B. seit 5 Jahren weniger Schokolade zu essen – das klappt aber weder am Anfang des Jahres, noch am Ende (und dazwischen auch nicht). Aber die Schokolade ist gut für die Seele, und was für die Seele gut ist, kann doch gar nicht so schlecht sein (sag´ ich mir immer). Was nimmt man sich denn so für das neue Jahr vor? Ruhiger werden? Mehr lesen? Mehr Zeit für die Familie haben? Mehr Sport treiben? Eine langersehnte Reise antreten? Wie dem auch sei, ich habe mir etwas vorgenommen – gut für´s Geschäft, schlecht für alles andere, weil es unglaublich viel Zeit raubt. Eigentlich ist es ein guter alter und jetzt wieder neuer Vorsatz, für den ich schon seit knapp 4 Jahren Anlauf nehme – aber diesmal könnte es wirklich klappen. Unsere neue Webseite Kinderzimmerideen geht nämlich bald an den Start. Ganz, ganz bald. Als Ziel habe ich mir schon Ende Januar gesetzt (jawohl, sogar 2012) – wir werden sehen, wieviel ich von meinem eingebauten Perfektionismus über die Schulter werfen muss damit ich das Ziel auch erreiche. In den letzten Tagen habe ich getippt, getippt, und dazwischen noch ein bisschen getippt – ganze 1,5 von 7 umfangreichen Themen rund um die Kinderzimmergestaltung, Möbelkauf und unseren Nähservice sind mit Inhalten gefüllt. Das ist ein Anfang, und ich könnte mich schon wieder selber küssen. Durch unsere neuen Arbeitskräfte konnte ich mir endlich viel Zeit freischaufeln, um an der längst ins Leben gerufenen Webseite weiter zu arbeiten. Und sie wird richtig, richtig gut. Wer Lust hat, darf hier und jetzt einen klitzekleinen Blick darauf werfen. Und wer keine Lust hat, kann an den eigenen Vorsätzen weiter arbeiten…