Dreist, dreister, Social Media

Instagram ist (eigentlich) etwas Wunderbares. Es bietet uns die Möglichkeit unsere Kunden abzuholen, sie zu inspirieren, mit ihnen in direkten Kontakt zu treten, oder sogar bei der Kinderzimmergestaltung behilflich zu sein. Eigentlich eine sehr schöne Sache und wer uns kennt bzw. uns folgt sieht auf den ersten Blick, wieviel Zeit und demnach auch Geld in diesen Social Media Kanal fließt.
Aber: da wären noch die „anderen“, die ohne Benehmen und Anstand unterwegs sind, sich an den Fotos bedienen ohne zu fragen oder – im aktuellen Fall – derart dreist sind, dass man schon von der Königsklasse spricht. Man nehme unser Foto, entfernt unser Logo und setzt das eigene Logo drauf. Dann postet man das Bild als Urheber und verlinkt alle Produkte die man auch selbst hat mit dem eigenen Shop. Und das alles in der Hoffnung, dass man nicht entdeckt wird. Man ist ja schließlich im anderen Land (Frankreich) und verwendet andere Hashtags. Tja, wie es der Zufall will, stolpere ich genau da drüber. Und wenn ich es nicht tue, sind unsere Kunden und Lieferanten derart lieb und treu, dass sie sogar Nachrichten mit Screenshots schicken und fragen, ob denn das Foto nicht von uns sei. Dumm gelaufen.
Nein, ein Pfui reicht dafür nicht. Das ist nicht nur dreist, das ist sogar ziemlich bescheuert – wird man erwischt (und man wird meistens erwischt), ist man ziemlich schnell ein paar Tausend Euro los. Aber man will es ja nicht anders. Was ich am liebsten in diesem Moment tun würde? Vermutlich genau das gleiche was jeder tun würde, der viel Herzblut in eine Sache steckt und derart ausgenutzt wird: nicht den Anwalt kontaktieren, sondern sich auf dem kürzesten Wege nach Paris bewegen und dem Shop ordentlich eine verpassen (oder die Bude abfackeln). Aber erstens macht man das auch nicht, und zweitens tue ich mir Paris nur dann an wenn ich muss. Und jetzt muss ich nicht. Denn unser Anwalt macht schon vom Schreibtisch aus einen super Job. Und weil der besagte Shop trotz Kontaktaufnahme meinerseits die Fotos bei Instagram entfernt hat, sie aber nach wie vor bei Facebook verbreitet, wird es eben noch teurer. Das Gehirn einzuschalten kann so schwer sein.

Aber sollte sich der eine oder andere Social Media Nutzer hier verirren, der über ungenügend gesunden Menschenverstand verfügt um selbst auf folgende Regelungen zu kommen, kann er sie hier schwarz auf weiß nachlesen:
1. Social Media (und Netz allgemein) ist keine Selbstbedienungstheke. Man geht schließlich auch nicht in einen Laden um die Ecke, schnappt sich ein T-Shirt und verlässt das Geschäft ohne zu bezahlen, nur weil das T-Shirt freizugänglich im Regal liegt.
2. Möchte man ein fremdes Foto teilen, fragt man gefälligst vorher nach.
3. Auch wenn man die Erlaubnis bekommen hat: der Urheber wird ausnahmslos angegeben und verlinkt. Verlinkt man ihn nicht, verstößt man gegen das Urheberrecht und riskiert eine teure Abmahnung (die man in unserem Fall auch bekommt).

Crashkurs beendet.
Leute, macht was draus!

 
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