Keiner da

Hin und wieder muss ich eine kleine Kritik einstecken – viel zu oft erwischt man bei uns den Anrufbeantworter. Auch während der Öffnungszeiten. Warum ist das so? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: ich stecke mitten in einem Beratungsgespräch im Laden oder ich telefoniere bereits. Ich bin aber – auch wenn es kein Trost ist – immer da. Wir kennen das Problem und machen uns auch über möglichen Lösungen Gedanken, aber leider muss ich kleinlaut zugeben dass mir immer noch nichts wirklich Sinnvolles eingefallen ist. Dennoch werde ich versuchen, den Ablauf hinter den Kulissen zu erklären: wir haben neben dem Online- auch Ladenverkauf. Führe ich ein Beratungsgespräch im Laden das aus vielerlei Gründen nicht unterbrochen werden kann, muss ich das Telefon leider klingeln lassen. Ich persönlich finde es unhöflich einem Kunden gegenüber, ihn einfach stehen zu lassen „nur“ weil das Telefon klingelt. Lässt es die Situation zu, frage ich natürlich um seine Erlaubnis und nehme den Anruf entgegen, aber das geht leider nicht immer. Außerdem dauern Möbelberatungen recht lange und in der Zeit kann das Telefon bis zu 20 mal klingeln – 20 mal wegrennen würde bedeuten 20 mal einen Kunden stehen zu lassen und der Kunde würde mich irgendwann fragen, ob ich 20 Vögelchen habe. Abgesehen von Kundengesprächen erwischt man auch dann den Anrufbeantworter wenn ich bereits telefoniere. Das bedeutet, die Leitung wurde so eingerichtet dass es kein Besetzzeichen gibt, so dass jeder Anrufer die Möglichkeit hat seine Nachricht zu hinterlassen und um einen Rückruf zu bitten. Und auch hier gilt die Regel: zuerst das eine Gespräch beenden, bevor das nächste entgegengenommen wird. Teilweise klingelt das Telefon mehrmals während eines Gesprächs, und würde ich jedes Gespräch in eine Warteschleife legen um das nächste entgegen zu nehmen, wüsste ich am Ende gar nicht mehr wer wo wartet und warum. Ruft man jedoch lieber 10 mal hintereinander an statt einmal eine Nachricht zu hinterlassen, fällt mir auch nichts mehr ein (das wäre übrigens auch mal ein gutes Thema für einen Blogbeitrag: eine Reihe an 6-stelligen Artikelnummern telefonisch an den Lieferanten durchgeben, während ständig „angeklopft“ wird und es dadurch Aussetzer im Gespräch gibt). Und jetzt wird es richtig gemein: unsere Aushilfe ist seit gestern im Mutterschutz, sprich sie hat sich von uns verabschiedet. Meine Vollzeitunterstützung ist ab August da. Das bedeutet, mir stehen 5 Wochen des harten Alleinseins bevor und unser Anrufbeantworter wird noch viel öfter zum Einsatz kommen (müssen) – weil ich zwar immer da bin, aber leider nicht überall gleichzeitig. In unseren neuen Räumlichkeiten machen wir uns über eine zweite Leitung Gedanken, so dass ein Anruf auch dann entgegengenommen werden kann, wenn ich am quatsch… ähm telefonieren bin. Und bis dahin rufe ich fleissig zurück – Indianerehrenwort.

 
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