Manno Man

Da gibt es eine Frau X, die schon sehr lange unsere Lampen und auch Sitzgruppen kopiert. Hier noch ein Pünktchen, da noch ein Krönchen, da sitzt der Frosch ein wenig anders, also rein damit bei ebay, es sieht ja schließlich „ganz anders“ aus (ist klar: Pünktchen, Krönchen und der veränderte Frosch). Auf meine (mehr oder weniger freundliche) Mails reagiert die Frau X gereizt und uneinsichtig. Pech für mich, Glück für Sie: zu dem Zeitpunkt geht es hier drunter und drüber und malen rund um die Uhr ist angesagt. Also räume ich das „Boxfeld“ um mich um andere, wirklich wichtige Dinge zu kümmern, und nach dem Motto: jeder bekommt irgendwann das was er verdient.
Wenige Monate später – Pech für sie, Glück für mich: die Frau X entwirft mal was eigenes. Ein Kutschenbett für Mädchen. Nicht schlecht (die Idee, nicht die Ausführung.) Und dann kam es zu – „jedem wie er es verdient“: das gleiche Bett taucht wenige Wochen später bei einem XY Anbieter auf. So nahmen die Dinge ihren Lauf… Die Frau X regt sich tierisch darüber auf und schreibt überall wo es rein passt: dieses Bett wurde von mir entworfen…! Der Anbieter XY bockt und schreibt: alle unsere Möbel sind von uns entworfen und durch das Patentamt geschützt…! Und ich? Ich sitze hier und lache. Warum? Ich kann nicht anders, tut mir leid. Über Monate jemanden ärgern, freche Klappe haben, provozieren, um dann selbst der Verärgerte zu sein: das finde ich äußerst amüsant. Vielleicht sollte doch jeder Nachahmer diese Erfahrung machen: wie fühlt es sich an, kopiert ohne gefragt zu werden. Vielleicht ist das die einzige Lektion die „sitzt“?
Aber die Geschichte geht noch weiter: der Anbieter XY (Sie wissen, der mit den selbst entworfenen Möbel) wirbt seit kurzem mit einer 5-fachen Möbellackierung. Warum? Weil ich vor kurzem bei meinen Möbel eine 3-fache deckende Lackierung angegeben habe. Zusätzlich versiegeln – macht 4. Also, nehmen wir doch 5! 5 hört sich gut an und ist immerhin 1x mehr als bei „Fantasyroom“! Erstens erinnert mich das an die Handy-Klingelton Werbung: „…immer ein mal mehr als du!“, und zweitens frage ich mich, wieviel Lackschichten eigentlich ein Möbelstück vertragen kann, ohne darunter „zusammen zu brechen“.
Man findet doch mittlerweile selbstbemalte Möbel an jeder Ecke: viele davon sind nur 1x lackiert und deren Verkäufer hoffen dass die Möbel zumindest das 14-tägige Rückgaberecht überstehen. Statt dessen lackieren wir 1x…. und 2x…. und 3x…. Mit einer 3-fachen Lackierung erreicht man eine absolut glatte Oberfläche und selbst die schlecht deckenden Töne wie grün oder rot werden schön satt und streifenfrei. Aber 5x? Absolut unnötig und ich kenne keinen normalen Menschen der einen guten Grund dafür hätte. Ausser natürlich man wirbt richtig schön auffällig damit und verunsichert die Kunden (schließlich können sie es nicht nachzählen). Schön dass wir das nicht nötig haben.
Eigentlich könnte diese Geschichte endlos weiter gehen: über ein bei ebay aufgetauchtes, kopiertes Türschild auf dem zwar nicht „Welcome“ sondern „Lara“ und „Max“ steht, aber im Grunde einfach kopiert ist. Über unsere unzählige Male kopierte Ritter Kollektion, oder die schönen Froschkönig Blumen die, mit Mühe abgeändert, Möbel einer ebay-Verkäuferin zieren. Über unsere Schminktische die, damals von mit entworfen, nur bei uns erhältlich waren und auch sehr gut ankamen. Mittlerweile gibt es sie aber an jeder Ecke und verständlicherweise verdrehen Kunden die Augen wenn sie sie bei uns auch entdecken.
Und eigentlich sind diese Zeilen nichts neues, aber es ist immer wieder aufs Neue nervig wieviel Doofe und Saudoofe doch in der Welt rummrennen.

 
Beitrag teilen: