Muttertag und Vatertag

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele frischgebackene Väter einige Zeit brauchen bis sie darauf kommen, dass Ihre Frauen und Mütter Ihrer Kinder auch Mütter sind und sich am Muttertag über ein klitzekleines Blümchen (von mir aus auch blühendes Unkraut vom Strassenrand) freuen. Stattdessen ist die Mutter ihrer Kinder immer noch das Kind der eigenen Mutter das brav Blümchen schenkt und zuschaut wie der eigene Mann seiner Mutter brav Blümchen schenkt (was natürlich auch vollkommen richtig ist). Eigentlich dauert diese Erkenntnis so lange, dass man gar nicht mehr vom „frischgebackenen“ Vater reden kann. Soll ich es verraten? Bei uns waren es zum Beispiel acht Jahre… Der Nachteil dabei ist logischerweise eine ziemlich geknickte Stimmung am Muttertag, vor allem in den ersten Lebensjahren der Kinder, wo sie aufgrund ihres Alters nicht unbedingt zur Muttertagsstimmung beitragen können (in Form von Gedichten oder gemalten Bildern). Der Vorteil: nach jedem Muttertag kommt der Vatertag :) Es dauert also nicht lange bis man es IHM heimzahlen kann. Eigentlich könnte man sagen, nur in der Zeit zwischen Muttertag und Vatertag macht sich die Frau Gedanken über Blumen (oder Unkraut) die sie nicht bekommen hat. Danach ist die Welt wieder in Ordnung – weil man dem Vatertag genauso wenig Aufmerksamkeit schenkt . Ja, wir Frauen können schon gemein sein… Im Jahr danach schaukelt sich das Ganze wieder hoch: weil keine Blümchen am Muttertag nichts am Vatertag und weil das Jahr davor nichts am Vatertag keine Blümchen am Muttertag… oder so ähnlich.

Nun ist morgen wieder Vatertag und dieses Jahr habe ich so zu sagen ein Problem. Denn an diesem Muttertag gab es wunderschöne Blumen (nicht mal Unkraut) und ein tolles, gemütliches Frühstück mit meinen Drei. Das heißt ich muss mir ganz schnell etwas überlegen. Und erst dann wenn man in die Situation kommt sich über den Vatertag Gedanken zu machen, stellt man fest dass in dieser Sache die Papis ganz klar benachteiligt sind: viele Wochen vor jedem Muttertag kann man keine Zeitung aufschlagen ohne irgendetwas darüber zu lesen, irgendwelche Blumensträuße zu sehen und daran erinnert zu werden. (Vielleicht deshalb weil nachgeholfen werden muss?) Vor dem Vatertag: nichts. Ausser „juchuuu Feiertag!“ Ist das nicht gemein den Papis gegenüber? Und ist das nicht gemein den Mamis gegenüber keine einzige, nicht mal eine klitzekleine Anregung zu bekommen was man am Vatertag schenken kann?! Ist ja wieder typisch, die Frauen müssen sich um alles selbst kümmern…

Liebe Papis, alles Liebe zum Vatertag!

 
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