Nervig

Alle sind am Jammern. Und wenn es so weiter geht, fangen wir auch noch an. Aus Solidarität so zu sagen. Es wird einem mindestens 10.000 mal am Tag gesagt dass wir mitten in der Wirtschaftskrise stecken. Jetzt sogar per Mail: von einem Wirtschaftsverlag der sich irgendwo unsere Emailadresse aufgeschnappt hat. Und weil wir auf die ersten Mails nicht reagierten, schrieb uns derselbe Verlag heute „zum letzten Mal“. Ob das eine Drohung sein soll? Eine eeewig lange Mail mit „schlag mich tot“ großen Buchstaben die mich mit dem Bürostühl einen Kilometer rückwärts rollen lassen. Nach dem Motto: bestellen Sie ein 9,95 Euro Exemplar von so und so, dann sag´ich Ihnen wie Sie Ihr Geld retten können sollen. (Hat jemand gesagt ich habe was zu retten?) Alles bricht zusammen und die Welt geht unter und wir haben es immer gewußt und jetzt ist es soweit und wenn Sie jetzt nicht bestellen dann gehen Sie auch unter. Na wenn er meint. Nicht nur dass solche depressive Stimmung ziemlich nervig ist, sie ist so penetrant anwesend dass man tatsächlich anfängt zu zweifeln an dem was man tut. „Waaas? Ihr wollt JETZT einen Laden aufmachen?!“. Jawohl. Wir wollen JETZT einen Laden aufmachen. Genau gesagt in wenigen Wochen. In den letzten Tagen sind wir sehr gut vorangekommen und mit etwas Glück ist es ab dem 2. Februar soweit. Und wenn wir uns um ein paar Tage verspäten, liegt es nicht an der Wirtschaftskrise sondern an sehr viel Arbeit die noch vor uns liegt und daran, dass wir alles perfekt haben wollen. Für den Weltuntergang.

 
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