Neuer Laden – die Planung

Es wird gegrübelt. Es wird gemessen. Es wird gezeichnet. Es werden Kataloge gewälzt. Es werden 300qm geistig eingerichtet. Ganz viel Papier voller Grundriss. Ganz viele Gedanken voller Möbel und Tapeten. Links der Grundriss, rechts eine lange Liste mit allen Möbeln und Tapeten die ausgestellt werden müssen, weil sie zu unseren Bestsellern gehören. Zur Zeit wäre ich froh, wir hätten mehr Ladenhüter (und nicht so viele Bestseller). Dazu kommen neue Hersteller wie Woodwork und Alondra, deren Möbel jetzt schon bestellt werden müssen damit sie pünktlich da sind. Dazu müssen auch Textilien bestellt werden. Um die Textilien bestellen zu können, muss ich mir jetzt schon Gedanken über die Wandgestaltung machen – sich jetzt schon für ein XL Wandbild im Alondra Zimmer zu entscheiden (wo unsere 300qm noch im Rohbauzustand sind) treibt einen bzw. mich in den Wahnsinn. Ein großer Teil der neuen Ausstellungsfläche wird in ca. 10qm große Kojen geteilt: diese werden wie komplette Zimmer eingerichtet inkl. Möbel, Textilien, Accessoires und Beleuchtung. So viel steht fest. Auch, dass Annette Frank, Woodwork und Alondra je eine Koje bekommen. Der Rest ist noch offen: wieviele Kojen wird es geben, wieviele bekommen Bopita und Coming Kids, wie wird die restliche Fläche gestaltet. Eigentlich bin ich ein Planungsprofi. Vor ein paar Jahren habe ich unser Haus vollständig geplant: jede Wand, jede Nische, jeden Anschluss, jede Tür. Und die Möbel stehen jetzt genauso da, wie damals auf Papier bevor das Grundstück vom ersten Bagger befahren wurde (die Wände, Nischen und Türen glücklicherweise auch – und das wichtigste: sie stehen immer noch). Für jemanden der mit Architektengedöns sonst nichts am Hut hat(te) eine starke Leistung. Erstens hatte ich aber damals mehr Zeit zum planen und zweitens hätte man möbelmäßig noch „korrigieren“ können, wenn ich Mist gebaut hätte (wändemäßig wahrscheinlich weniger, aber ich hatte zum Glück keinen Mist gebaut). Baue ich aber diesmal Mist, stehen wir an der Neueröffnung mit ohne Möbel da, weil man nicht ganz schnell ein paar Möbelteile nach Lörrach schwingen lassen kann. Dazu muss der neue Laden mit genauso viel Charme wie der jetzige eingerichtet werden und darf keinen „Kaufhaus-Charakter“ bekommen. Ganz nebenbei muss der alltägliche Wahnsinn bewältigt werden und dazwischen muss ich auch noch in Urlaub mit Chaos davor und danach. Was tun? Weiter grübeln, messen und planen natürlich. Und Schokolade essen – das hatten wir ja schon lange nicht mehr…

 
Beitrag teilen: