Nicht erreichbar

Was hätten wir denn für einen langweiligen Alltagswahnsinn ohne der guten alten Telekom – an einem Freitag, der für viele Pakete und Anrufe bekannt ist. Dieser Freitag war weder für viele Pakete noch für viele Anrufe bekannt, denn um Punkt 10 Uhr brach bei Fantasyroom alles zusammen: Telefon tot, Internet weg – wir sind verloren. Ohne Telefon können wir nicht telefonieren (damit können wir aber noch leben, wenn wir Emails schreiben können), aber ohne Netz können wir alles andere auch nicht: keine Emails schreiben, keine Emails beantworten, keine Ware bestellen, keine Bestellungen bearbeiten, keine Rechnungen und Labels drucken und keine Pakete versenden. Autsch. Nach dem ersten Schock und ein paar Stückchen Schokolade blieben wir tapfer: es ist, wie es ist. Die Telekom wurde per Handy verständigt („der Techniker wird sich dann melden“), und ich nutzte die Gelegenheit, mich ins Büro zu verziehen und gefühlt eine Million Tapeten und Stoffe einzuscannen – eine hervoragende Beschäftigung während der Offlinestunden. Kurze Zeit später fing ich sogar an, das stille Telefon zu genießen – so inmitten von wundervollen Tapeten und Stoffen (mein ganz persönliches Spielparadies) kann die schlechte Laune nicht lange anhalten. Ich war tapfer bis ca. 13 Uhr – danach bekam ich allmählich Panik: ein Freitag, vor einem Wochenende und vor einem Montag, an dem wir geschlossen haben und auch keine Pakete versenden ist eine mittlere Katastrophe, denn das würde bedeuten, wir versenden ganze 4 Tage später. Dann machte es auf einmal „klick“ und wir waren wieder online – der ganz normale Alltagswahnsinn im Versandlager nahm wieder seinen Lauf, nur ungefähr 10 mal schneller. Denn die verlorene Zeit musste wieder aufgeholt werden und außerdem wussten wir nicht, wie lange wir den Luxus haben, online zu sein. Nach einer halben Stunde Schadensbegrenzung waren die nötigsten Pakete gepackt und abgeholt, und bei jedem Klebebandstreifen wollten wir die Telekom verklagen. Das Telefon war nach wie vor tot und alle unsere Kunden die vergeblich versuchten anzurufen fingen an, Emails zu schreiben. Dabei teilte man uns mit, dass die nette Computerstimme nicht besseres wusste als zu behaupten, unsere Telefonummer sei falsch. Liebe Computerstimme, wenn du uns schon mit deinen Kumpels im Stich lässt, wären wir dir sehr verbunden, wenn du unseren Kunden schonend beibringen würdest dass ihr es verbockt habt. Nur so mal für den Fall, dass wir es mit solchen Störungen öfters zu tun haben und infolgedessen einen Briefkastenfirma-Stempel aufgedrückt bekommen. Denn wie wir alle wissen – eine Störung kommt selten allein.

 
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