Nichts tun

Hat man in der Regel einen 12-15 Stunden Arbeitstag – oft sieben Tage die Woche – und soll dann auf einmal „nichts tun“, so grenzt das an einer persönlichen Katastrophe. Musste ich also vor ein paar Tagen aus gesundheitlichen Gründen „brav“ sein und nichts tun. Das war ich – ich habe den Laden für 2 Tage geschlossen um etwas zur Ruhe zu kommen und den Stress ein wenig fern zu halten. Ich habe in Puncto Schlafen einiges nachgeholt und die Kunst der (telefonischen) Unerreichbarkeit genossen. Und ich habe meine Multitasking Funktion komplett ausgeschalten. Dann hatte ich aber auch genug vom Arbeitsentzug und drohte neuen Stress von zu viel Ruhe zu bekommen. Also kam ich auf ganz andere Ideen: nach drei Tagen „nichts tun“ ist mein Büro neu gestrichen, tapeziert, komplett umgeräumt und hat neue Möbel bekommen. Vermutlich hat der Onkel Doktor mit „nichts tun“ etwas anderes gemeint, aber ich glaube ähm hoffe er ist kein Blogleser (sonst werde ich noch mit Handschellen abgeführt). Abgesehen davon dass dieses Kreativchaos-Räumchen dringend eine Frischekur benötigte, musste darin auch ein zweiter Arbeitsplatz eingerichtet werden.  Außerdem kann ich nur dann konzentriert arbeiten, wenn die Umgebung heimelig und gemütlich ist (das muss man(n) jetzt nicht wirklich verstehen). Warum dieser Beitrag unsere Blogleser und Kunden interessieren könnte? Ich habe in Bezug auf Tapezieren neue Erfahrungen gesammelt – eine meiner Lieblingstapeten Streifentapete braun/beige wurde quer an die Wand geklebt. Zum ersten mal seit unserem Hausbau war ich froh darüber, so ein kleines Büro geplant zu haben: auch für Kreative ist das waagerechte Anbringen langer Bahnen eine Herausforderung (also immer schön zu zweit arbeiten und Ruhe bewahren). Aber in unserem Fall waren das glücklicherweise nur drei Meter. Die restlichen Wände wurden uni grün gestrichen, und weil diese Tapete zu Bestsellern in unserem Shop gehört und sich häufig Rückfragen in Bezug auf Quertapezieren ergeben, dachte ich mir, ich probiere es mal selbst aus um zu wissen wovon ich rede. Außerdem sind Querstreifen für schmale, hohe Räume bestens geeignet und das trifft auch auf unser Büro zu. Die restlichen Möbel und Accessoires gibt es übrigens im schwedischen Möbelhaus – in Sachen Arbeitsplatzeinrichtung bzw. der dazu notwendigen Flexibilität auch in Miniräumen ist der schwedische Riese einfach unschlagbar, das muss man ihm lassen. Et voilá, kreatives Arbeiten auf gerade mal 6,5 Quadratmeter…

 
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