Platzmangel (1)

Unseren Laden gibt es nun seit über einem Jahr (Leute, wie die Zeit vergeht). In dieser Zeit ist viel passiert – zwei mal Komplettumbau und zig mal Teilumbau, um mehr Platz zu schaffen. Leider sorgten unsere Umbaumaßnahmen meistens für max. zwei Wochen für Entspannung, denn in der Regel hat es genauso lange gedauert, bis wir schon wieder ratlos vor den Regalen standen und überlegten, wo das eine oder andere untergebracht wird. (In so einem Fall muss ich mir meistens „Chefin kauft einfach zu viel ein“ anhören, aber zum Glück können wir Frauen auch ganz gut weghören). Jedenfalls sind wir so zu sagen „am Anschlag“ – sowohl im Laden, als auch im Lager. Im Lager lassen sich vielleicht noch ein paar Quadratzentimeter rausholen, im Laden aber nicht ein Millimeter. Das Ergebnis: es wird „versteckt“ was geht. Unter den Betten, Kommoden und Schränken, hinter den Betten, Kommoden und Schränken und auf den Betten, Kommoden und Schränken. (Möchte gar nicht mehr wissen, was sich auf der zweiten Ebene des Bopita Etagenbettes mittlerweile angesammelt hat – Gott sei Dank ist die zweite Ebene 1,70m hoch und ich klein genug um mir den Anblick zu ersparen.) Leider sind wir im Verstecken mittlerweile so gut, dass wir das Versteckte selbst nicht mehr finden – was natürlich richtig übel ist, wenn das Versteckte verkauft ist und verpackt werden muss. Außerdem habe ich mittlerweile keinen Plan was noch da ist und in welcher Menge. (Warenwirtschaft ist eine feine Sache, im nächsten Leben werde ich mich darum kümmern.) Also haben wir uns mittlerweile auf die Suche nach größerem Ladenlokal und Lagerfläche gemacht – nicht um noch mehr zu verstecken, sondern um (viel) mehr zu lagern und natürlich ein bisschen mehr ausstellen zu können. Diese Sache wird aber langsam zu einer richtig nervenaufreibenden Geschichte. So sind in Lörrach einige Ladenlokale bis 100qm leer (leider zu klein), die nächste Stufe sind Lagerhallen mit ca. 500qm (leider nicht als Verkaufsfläche geeignet) und die Gewerbeflächen die dazwischen liegen und als Verkaufsfläche geeignet sind wollen nicht vermietet werden: weil weder deren Eigentümer noch Makler Lust zum arbeiten haben. Mit anderen Worten, Woche für Woche gehen wir einen Schritt vor und zwei zurück, was Aussagen und aktuelle Situation bezüglich anderer Interessenten usw. angeht. Angesichts der hohen Maklerprovisionen die Tausende von Euro betragen, könnte man meiner Meinung nach im Gegenzug auch ein bisschen Arbeitseinsatz erwarten (habe ich irgendwann keine Lust mehr Kinderzimmer zu verkaufen gehe ich in die Immobilienbranche – mit meinem Arbeitseinsatz würde ich innerhalb kürzester Zeit die Million knacken). Aber so nervenaufreibend wie die Sache auch ist – wir geben nicht auf und suchen weiter. Noch nervenaufreibender ist es nämlich, täglich 30-40 Pakete in der Verkaufsfläche unterbringen zu müssen.

 
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