„Sauhaufen“

Eine Kundin bestellt im Mai diesen Jahres ein komplettes Kinderzimmer und überweist auch gleich den vollen Betrag. Wir bestellen das Kinderzimmer, das angeblich eine Lieferzeit von 4 Wochen hat. Aus 4 Wochen werden fast 7 Wochen, bis auf das Bett – das kommt noch etwas später. Kundin freut sich trotzdem und meckert auch nicht, bis zu dem Zeitpunkt wo sie den Schrank zusammenbauen will. Da fehlt nämlich einiges: ein Schraubenset und die kompletten Scharniere, um die Schranktüren zu befestigen. Wir reklamieren und es wird uns versprochen, die fehlenden Teile werden sofort an die Kundin versendet. Ein Versprechen wird aber nicht immer gehalten: so müssen wir noch ungefähr 5mal anrufen, bis die fehlenden Teile nachgeliefert werden. Kundin ist zwischenzeitlich verreist, es vergehen also nochmal 2 Wochen. Wieder zuhause angekommen – ein Päckchen ist da. Im Päckchen sind die fehlenden Schrauben und die Hälfte der Scharniere. Die Gegenstücke für die Türen fehlen immer noch. Kundin mittlerweile richtig sauer, ich richtig sauer. Beim Lieferanten wird Donnerwetter gemacht und der Vertreter mittlerweile auch informiert. Kurzum: alle versuchen mit Händen und Füßen an diese Scharniere zu kommen. Vor 2 Wochen leite ich eine ziemlich böse Mail der Kundin direkt an den Lieferanten. Ich bekomme einen Rückruf, man entschuldigt sich dass man Mist gebaut hat, man bietet der Kundin einen „Trostpreis“ an, sie darf sich etwas aus dem umfangreichen Sortiment für ihren Sohn aussuchen. Die Scharniere wurden angeblich versendet. Die Kundin ist inzwischen wieder für 10 Tage verreist. Ich frage nach, ob die fehlenden Teile mittlerweile angekommen sind. Und? Nein. Die Kundin nennt den Lieferanten inzwischen (berechtigterweise) einen „Sauhaufen“ und ist empört über den schlechten Service bei den teueren Kindermöbel. Ich auch. Und was können wir tun? Nichts, außer hier zu sitzen und zu warten. Bei unserem Möbel haben WIR alles in der Hand. Bei fremden Möbel sind wir von unseren Lieferanten abhängig. Wir können weder etwas beschleunigen noch die fehlenden Teile der Kundin liefern – weil wir keine haben. Ach ja, und wir können uns darüber ärgern dass die schlechte Erfahrung der Kundin auch an uns kleben bleibt, wir sind nämlich ihr Ansprechpartner. Und auch wenn WIR uns keinen Fehler geleistet haben, kommt diese Kundin nie wieder – wenn sie nun endlich ihre Scharniere bekommen hat.

 
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