Spiel mit mir

Eine Kundin bestellt bei uns Wandaufkleber und bezahlt per Paypal. Die Bestellung erreicht uns in den Vormittagsstunden und die Aufkleber sind vorrätig – also werden diese am gleichen Tag noch in den Versand gebracht, das heisst die Kundin bekommt sie am nächsten Tag (obwohl eine Lieferzeit von einer Woche angegeben ist). Die gleiche Kundin bestellt einige Wochen später Ware für ca. 40 Euro zzgl. Versand und bezahlt ebenfalls per Paypal. Dabei ist aber ein Artikel der nicht vorrätig ist und bei dem eine Lieferzeit von ca. 10 Tagen angegeben ist. Die logische Konsequenz: die Sendung geht nicht sofort raus, die angegebene Lieferzeit muss in Kauf genommen werden, zumal die Sendung nach Österreich geht und ich es ehrlich gesagt nicht einsehe eine Teilliferung vorzunehmen. Der Lieferant legt uns einen Stolperstein in den Weg: der Artikel verspätet sich. Ich schreibe die Kundin an, wir warten noch auf diesen Artikel und sobald er eingetroffen ist, wird das Paket versendet. Die Kundin ruft trotzdem an und erkundigt sich nach Ihrer Sendung – weil sie angeblich nicht online war und Ihre Mails nicht gelesen hatte. Ich sage ihr eine Teillieferung zu, sollte der fehlende Artikel am nächsten Tag nicht eingehen. Der Artikel wird aber am nächsten Tag geliefert, die Sendung geht raus. Die Kundin wird benachrichtigt dass Ihre Bestellung versendet wurde. 10 Tage später beantragt diese Kundin einen Käuferschutz bei Paypal, weil sie die Ware angeblich nicht bekommen hätte. Von unserem Partnershop erfahren wir, die Kundin hat das Spielchen auch mit dem anderen Shop getrieben. Ich rufe die Kundin an:

– die Emailadresse die sie im Shop hinterlegt hat ist nicht mehr aktuell: natürlich können sie unsere Mails nicht erreichen

– die Kundin hat uns mehrmals angeschrieben: an die falsche Emailadresse

– die Kundin kam nicht auf die Idee sich im Shop einzuloggen und nach dem Status Ihrer Bestellung zu schauen: dann hätte sie nämlich festgestellt dass Ihre Sendung am 19.06. versendet wurde.

– ich gebe ihr einen Tipp, sich im Shop einzuloggen oder erneut bei uns anzurufen bevor sie solche Schritte einleitet, „weil es sooo viele schwarze Schafe in Internet gibt“, schließlich hatte sie ihre erste Bestellung innerhalb von 24 Stunden bekommen.

– die Kundin versucht sich einzuloggen, aber mit ihrer neuen Emailadresse die der Shop natürlich nicht kennt. Logisches Denken ist bei dieser Hitze anscheinend nicht zu erwarten.

– Kundin schreibt schon wieder eine böse Mail

– ich schreibe eine böse Mail zurück weil es mir zu blöd wird. Pech für uns: die meisten EU-Kunden bemängeln zu hohe Portokosten, wir senken also das Porto auf 10,50 und weisen darauf hin dass die Ware unversichert versendet wird. Die Kunden sind damit einverstanden. Heisst in diesem Fall: keine Nachverfolgungsnummer um nachzuweisen dass die Kundin ihre Ware bekommen hat. Wie die Geschichte ausgeht: die Kundin bekommt heute ihr Geld zurück, in dem Moment ist es mir pupsegal ob sie ein gutes Geschäft gemacht hat und uns über den Tisch ziehen will, oder immer noch auf ihre Ware wartet. Für solche Spielchen fehlt mir die Zeit und die Nerven. ABER ich habe daraus gelernt: was innerhalb Deutschland schon lange die Regel ist gilt ab sofort auch für die EU. Kein unversicherter Versand und Portokosten von 16 Euro, mit denen ein Paket bis 2kg bis auf ein paar Cent grade so abgedeckt ist. Wem es zu teuer ist, soll im eigenen Land einkaufen. Bekommt er es im eigenen Land nicht, muss er Porto zahlen. Ach ja, und die Kundin wird natürlich „rausgeschmissen“. Auf solche „Geschäfte“ können wir gut verzichten.

 
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