Staustaffel

Deutschland baut. Deutschland baut auf den Autobahnen, ganz besonders auf der Strecke Basel – Stuttgart, wo ich gestern unterwegs sein durfte. Auf dieser Strecke baut Deutschland so viel, dass man gar nicht von Autobahnbaustellen sprechen kann, sondern von einer Riesenbaustelle mit ein paar Autobahnabschnitten dazwischen. Und Deutschland steht – weil es baut. Im Stau. Nun, was tun deutsche (und schweizer) Autofahrer wenn sie im Stau stehen (müssen)? Laut meinen neuesten Beobachtungsstudien bohren 40% der Autofahrer in der Nase (die Studie reicht glücklicherweise nicht aus um zu berichten, wo der Inhalt entsorgt wird). 30% spielen mit Ihrem Handy oder telefonieren (Pfui, beim laufenden Motor verboten). 29% lesen Zeitung (und versperren sich damit die Sicht, so dass sie gar nicht mitbekommen wann es weiter geht). Und 1% – zu dem ich mich gemeinerweise auch zählen darf – kämpft mit einer vollen Blase. Dieser Kampf durchläuft mehrere Stufen: 1. ablenken, bzw. krampfhaft versuchen an etwas anderes zu denken. 2. Den drückenden Sicherheitsgurt lockern. 3. Bei Lieblingsmusik ganz laut (mit)singen – beim geschlossenen Fenster versteht sich. 4. Ins Lenkrad beißen. 5. Jubeln, der Vordermann ist um 2,5cm vorgefahren. 6. Weitere zwanzig Minuten später mit gefühlt 200km/h (zu Fuß) die Toilette eines Rasthofs stürmen. Leider ausgebremst werden, weil es eine Million andere volle Blasen ebenfalls ziemlich eillig haben aber dummerweise vor mir dran sind. 7. Im Kreis herumhüpfen und weiter singen – die Schlange gibt sich freiwillig geschlagen und ich bin schon dran (wird nur in äußersten Notfällen angewendet).

P.S. Wenn ich mal als fleissige Steuerzahlerin auch etwas vorschlagen darf: Toi-Toi Häuschen im 200m Abstand auf Baustellen und eine Extraspur würden so einige Autofahrer/innen bestimmt begrüßen…

 
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