Tapetenzoo

Man würde manchmal meinen, wir arbeiten in einem Zoo. Besonders dann, wenn eine große Möbelfirma für Ihre Ausstellungen Tapetentiere bei uns bestellt. Schwuppdiwupp, da steht man inmitten von Affen, Krokodilen, Giraffen und Löwen, in allen möglichen Farb- und Blickrichtungen – aber Gott sei Dank sind sie alle zahm. Damit´s noch ein wenig komplizierter wird, sind verschiedene Kommissionen dabei – einen Teil des Zoos bekommen unsere Ladenkunden, einen Teil (andere) Onlinekunden, und einen großen Teil die erwähnte Möbelfirma. Und damit´s noch ein wenig komplizierter wird, hat uns der Holländer eine Rolle geliefert, die von aussen ein Affe und von innen eine Giraffe ist. Finde ich persönlich fast ein bisschen gemein, denn nach einer halben Stunde Suche wer bloß diesen einen Affen bekommt, entpuppt sich der Affe doch als Giraffe. Und dann wird´s richtig, richtig kompliziert – trotz des Glücks dass aus dem Affen eine Giraffe geworden ist, habe ich einfach eine Giraffe zu wenig bestellt. Mitten im Weihnachtsgeschäft löst diese Erkenntnis beinahe einen Herzinfarkt aus – wenn man die langen Lieferzeiten aus Holland mitberücksichtigt. Dann gibt es nur noch eine Lösung: eine Mail an den lieben Holländer schicken die einen „Noooootfall!“ Betreff hat, einen roten Ausrufezeichen davor und ein „Hiiiilfe!“ nach dem lieben Gruß (und natürlich ein „Danke danke danke!“ am Ende). Bei so einer Mail kann unser Holländer nicht anders, als sofort zurück zu schreiben: „Hi Sanja, kein Giraffe übrig aber wir machen eil und morgen abschicken“. Die Holländer sind einfach ein ganz liebes Völkchen – und ich habe auch schon fürchtbar schlechtes Gewissen für die Überstunden zu sorgen. Danke…

 
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