Urlaubsberichtserstattung

Wieder in der Heimat – unsere Kunden dürfen auf- und wir durchatmen (komme noch dazu warum). Ca 50% der Kunden hoffen, wir hatten schöne und erholsame Urlaubstage. Die anderen 50% fragen wie es war. Also dachte ich, eine Urlaubsberichtserstattung für alle 100% wäre keine schlechte Idee. Nun bin ich nach diesem Urlaub um zwei Erkenntnisse reicher: Frauen und Technik werden immer auf Kriegsfuß stehen, und wir machen niemals wieder Urlaub auf dem Bauernhof (eigentlich war dieser hier auch nicht als solcher geplant, aber meistens kommt alles anders als man denkt). Aber zuerst zu Frauen und Technik: die chronische Unverträglichkeit liegt natürlich nicht an uns Frauen sondern an der Technik – weil sie immer dann versagt, wenn frau/man sie braucht. So hat die Klimaanlage im Auto kurz vor´m Urlaub beschlossen, auch Urlaub zu machen. Und was machen frau, man & co. ohne Klimaanlage? Entweder nicht fahren oder schwitzen. Weil wir uns aber nicht auch den zweiten (kurzfristig umgeplanten) Urlaub vermasseln lassen wollten, entschieden wir uns für´s schwitzen. Auf der Hinfahrt bescherte uns der Wettergott Regenwetter, bis auf ein paar kurzzeitige Schwitzanfälle war´s nicht so schlimm. Ganz anders die Rückfahrt: die Sonne knallte gnadenlos bei über 30 Grad draußen (und über 40 Grad drinnen) auf das Auto und wir kamen uns knappe fünf Stunden lang wie ein Grillgut vor. Ca. 20km vor´m Ziel (als ich schon mit dem Gedanken gespielt habe den Restweg zu Fuß zu nehmen, draußen war´s schließlich kühler), roch es im Auto plötzlich nach Wiener Würstchen. Leider weiß ich immer noch nicht ob das die (gekochten) Wurstbrote im Kofferraum waren oder unsere (zwischenzeitlich auch gekochten) Kinder auf dem Rücksitz.

Und damit wir noch ein wenig Freude an unserer Technik haben, hat das Navi spontan beschlossen, uns ein wenig mehr Gegend zu zeigen als notwendig. Unsere Stadtfahrten voller Umwege durch Düsseldorf endeten komischerweise immer vor der Rheinpromenade – aber auch nur weil es nicht weiter ging, zumindest nicht gerade aus. Bei der Hinfahrt zu einem Freizeitpark landeten wir vor´m Schlecker-Drogeriemarkt, der auch noch unser Zeil sein sollte, und bei der Rückfahrt aus dem genannten Park standen wir vor einem Radweg mitten in Holland (um anschließend noch knapp an Nettetal – dem Ziel – vorbei zu düsen). Jawohl, wer ein Navi hat, sieht mehr von der Welt – ob er es will oder nicht. Immerhin, unser Zuhause haben wir wieder gefunden: trotz so mancher abenteuerlichen Fahrt und tropischen Temperaturen. Und wie´s war? Schön. Abgesehen von Mücken und Fliegen natürlich die uns die ersten drei Nächte nicht schlafen ließen (bis es ihnen in der vierten Nacht mit einem Mückenstecker an den Kragen ging), kombiniert mit Kühen, Pferden, Schafen, Schweinen, Hühnern, Hunden und einem hartnäckigen „Kickerickiii“ pünktlich morgens um sechs (mitten auf dem Bauernhof, wo sich die Ferienwohnung befand). Leider habe ich diesen Hahn tagsüber nie zu Gesicht bekommen – und morgens um sechs hatte ich auch keine Lust ihn durch den Hof zu jagen – sonst hätte er einen neuen Job als Grillhahn bekommen. Die ganze Bauernhof-Idylle war natürlich in reichlich (beißender) Landluft getaucht in einer Gegend am Popo der Welt. Insofern braucht man fast einen Urlaub vom Urlaub – zum durchatmen. Da wir aber sowieso immer ganztags unterwegs waren, ließen wir uns glücklicherweise  von der Bauernhof-Idylle nicht entmutigen. Aber nächstes mal geht es trotzdem nicht Richtung Norden sondern Richtung Süden – zum Strand. Meeresluft statt Stinkeluft und sanftes Aufwachen statt aus dem Bett „kickerickien“. Hoffentlich.

P.S. Und wer hat´s gebucht? Ich natürlich. Kann mich aber auch nicht erinnern, bei der Beschreibung der Ferienwohnung irgendwas von einem Bauernhof gelesen zu haben – nicht mal zwischen den Zeilen. Aber beim nächsten mal werde ich die Abbildungen genau unter die Lupe nehmen: sind in der ganzen Wohnung Fliegenklatschen verteilt – lass´ich schön die Finger weg. Glücklicherweise sind meine Drei nicht nachtragend und hatten trotzdem ihren Spaß, auch wenn so manches Familienmitglied jetzt wie ein Streuselkuchen aussieht – eine Erinnerung an die Zeit vor dem Mückenstecker…

 
Beitrag teilen: