Versteckis

Es ist mir ein Rätsel, warum man in bestimmten Angelegenheiten nicht mit offenen Karten spielt statt Versteckis.

Beispiel 1: Hallo Frau Wilke, die Produkte XY sind toll und würden sehr gut in mein Sortiment passen. Würden Sie mir vielleicht den Hersteller verraten, weil ich danach vergeblich im Netz gesucht habe?

Beispiel 2: ich interessiere mich für XY, ich möchte wissen wo es her kommt und wer der Hersteller ist. (Weil ich aber nicht auffliegen will und den Angeschriebenen für bekloppt halte, verstecke ich mich hinter meiner Emailadresse – weil diese relativ neu ist – und meinen Namen möchte ich auch nicht verraten. Und dann bedanke ich mich im voraus für die Info, weil ich ja davon ausgehe, dass der Angeschriebene so doof ist, darauf reinzufallen. Was ich außerdem nicht verraten will, ist dass ich auch einen Onlineshop für Baby- und Kinderprodukte betreibe und die Produkte XY unbedingt haben will. Und haben will ich sie schließlich ohne langer Suche im Netz, das sollen die Anderen tun.)

(Meine) Reaktion auf Beispiel 1: ich würde sogar darüber nachdenken. Mehr noch, ich würde es wahrscheinlich preisgeben und der Konkurrenz viel Erfolg wünschen. Beim Beispiel 2 frage ich mich aber, wie derjenige eigentlich darauf kommt dass ich ihm Informationen liefere, wo er nicht mal seinen Namen verraten möchte. Außerdem gilt grundsätzlich: möchte ich den Hersteller verraten, steht er beim Produkt angegeben. Steht er nicht im Shop, möchte ich ihn auch nicht verraten. Früher oder später kann man jeden Hersteller ausfindig machen, wenn man sich Zeit für die Suche nimmt – ist aber leider mit etwas Arbeit verbunden. Und dann kommt es darauf an wie man fragt. So, wie im Beispiel 2, kommt man jedenfalls nicht weiter. In dem Fall wünsche ich auch viel Erfolg – aber bei der Suche (und die guten Wünsche denke ich mir natürlich nur, weil solche Anfragen keine Antworten wert sind).

 
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