Von Köchen und Sachbearbeiterinen

Zu viele Köche verderben den Brei, wie man so schön sagt. Und wie so oft müssen wir wieder mal feststellen, dass diese Aussage voll und ganz zutrifft. Wir Möbelverkäufer könnten es aber auch anders nennen: zu viele Sachbearbeiter(inen) und Lagerarbeiter(inen) machen eine reibungslose Bestell- und Reklamationsabwicklung fast unmöglich. Bekommt also ein Kunde seine (teueren und besonderen) Möbel geliefert und fehlt auch nur ein winziges Teilchen (das aber für den Aufbau notwendig ist), hat man die Popo-Karte gezogen. Steht man bzw. frau dann auch noch kurz vor der Geburt ohne das Babybettchen aufbauen zu können, ist das Chaos perfekt. Stehen wir als Schlichter mittendrin und können nichts beschleunigen (weil wir hier kein Ersatzteillager für sämtliche Möbel haben) ist unser ganz persönliches Chaos auch perfekt: weil wir kurz vor der Ladeneröffnung Besseres zu tun haben als irgendwelchen Sachbearbeiterinen auf die Füße zu treten und täglich mindestens 2 Stunden per Mail und Telefon mit dem Lieferanten und Kunden nach einer Lösung zu suchen. Die schwangere Kundin tobt und das Baby tobt mit und nachher werden wir noch verantwortlich gemacht wenn es sich zu früh raustobt. Was das mit Köchen und Brei zu tun hat? Fantasyroom besteht aus 1 1/2 Personen (die 1/2 will ich an dieser Stelle nicht vertiefen, ist eine lange Geschichte). Fehlt also bei einem unserer eigenen Produkte eine Hülse, Kappe, Schraube oder was auch immer, schwingt sich die ganze Person von Fantasyroom am gleichen Tag zur Post und schickt das Teilchen nach. Der Kunde hat es am nächsten Tag und ist auch nicht sauer, denn wo gearbeitet wird passieren auch mal Fehler. Entscheidend in so einem Fall ist, wie schnell man reagiert und ob man für den Kunden da ist. Anders bei unserem Lieferanten: bis die zuständige Sachbearbeiterin einen Auftrag für das winzige Teilchen geschrieben hat vergeht schon mal eine Woche. Bis der zuständige Lagerarbeiter das winzige Teilchen findet vergeht nochmal eine Woche. Und bis er es in einen Umschlag steckt ist die dritte Woche rum. Und vielleicht schafft es das Team die Reklamation vor dem ersten Geburtstag des Kindes noch zu bearbeiten.

 
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