Weihnachtsbäckerei

Ha! Soll mal einer sagen, ich habe keine Zeit – ich habe gebacken (ich platze auch vor Stolz, könnte mich schon wieder selber küssen). Habe nämlich schon schlechtes Gewissen bekommen, weil fast alle unsere Kunden beim Genuss von Plätzchen an der Ladentheke die gleiche Frage stellen: selber gemacht? (Irgendwo hört aber auch ein guter Service auf). Nun habe ich spontan beschlossen, am frühen Samstagabend statt den Produktbildern im Büro ein wenig Teig in der Küche zu bearbeiten. Zeitaufwand inkl. Backzeit: eine Stunde. Arbeitsaufwand insgesamt: fünfeinhalb Minuten (mann, bin ich gut). An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Nestle – den Fertigteiganbieter (ich finde, dafür hat das Unternehmen auch ein bisschen Werbung verdient). Da ich aber bereits in den vergangenen Jahren ein wenig Erfahrung mit Fertigteig sammeln durfte, habe ich mir diesmal Zimtsterne gar nicht angetan (bzw. denjenigen, die sie essen sollten). Bei meinen Zimtsternen ist es nämlich von Vorteil, wenn man eine Zusatzversicherung für Zahnersatz hat. Das gleiche gilt für Kokosmakronen – nur innerhalb von fünfzehn Minuten nach dem Fertigbacken sind sie zu empfehlen, danach übernehme ich keine Verantwortung, bzw. gehe das Risiko ein verklagt zu werden – auf der Steinhart-Skala von 1-10 bekommen meine Makronen die stolze 11. Nun wurden diesmal drei Sorten aufgegessen gebacken und ich dachte, ich gebe meine Erfahrungen an andere Fertigteiganwenderinnen weiter – wir gestressten Frauen müssen zusammenhalten (und diejenigen die auf ihren selbstgemachten Teig schwören überspringen einfach den ganzen Beitrag). Platz 3 kann man gleich vergessen: Kokosplätzchen. Schnell ist was anderes, denn der Teig sollte zwar nur geschnitten werden, aber er ist so was von klebrig, das jedes Plätzchen am Ende nur halb so groß als geplant ausgefallen ist – weil der Rest am Messer und den Fingern klebte (aber der Duft ist unschlagbar). Platz 2: Mürbeteig. Klebt nicht, dafür muss er ausgerollt werden und die Plätzchen verziert werden – in fünfeinhalb Minuten einfach nicht zu schaffen, außerdem anschließend Sauerei in der Küche (und Diskussion wer von den anwesenden Familienmitgliedern für die Beseitigung zuständig ist) – deswegen Punkteabzug. Eindeutiger Favorit: schwarz-weiss Gebäck – die ganze Aktion ist in 5 schnellen Schritten erledigt (inkl. aufessen). Schritt 1 – Verpackung aufschneiden. Schritt 2 – viereckige Teigstücke herausnehmen. Schritt 3: das Schachbrettmuster in Scheiben schneiden und ab in den Backofen. (Schritt 3.1: die Exemplare, bei den das weiss auch ein bisschen schwarz geworden ist unauffällig beseitigen.) Schritt 4: dem Besuch erzählen, was das für eine Wahnsinnsarbeit war den Teig selbst zu kneten und die hellen von den dunklen Streifen so sauber zu trennen (aber dabei nicht rot zu werden ist mindestens genau so antrengend). Schritt 5: schmecken lassen. Besonders bei Schritt 5 haben wir uns sehr viel Mühe gegeben – leider muss ich auch dieser Woche die Frage unserer Kunden mit „selber gekauft“ beantworten. Vielleicht klappt´s nächstes Jahr…

 
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