Weihnachtsstress

Selbst schuld, wer im Blog Weihnachtsstress ankündigt. Auf die Plätze, fertig, los – seit dem sind 50% der Kunden auf einmal schlecht gelaunt. Heute, drei Tage später, mag ich schon gar keine Anrufe mehr entgegennehmen, denn es folgen sinnlose Diskussionen über Dinge die nun mal so sind wie sie sind: warum Tapeten 10 Tage Lieferzeit haben und wir nicht alle Designs aus unseren 36 Tapetenbüchern vorrätig haben. Warum Möbel mind. 6 Wochen Lieferzeit haben. Warum wir montags geschlossen haben und telefonisch nicht erreichbar sind. Warum beim Kauf auf Rechnung der Käufer Rücksendekosten trägt, denn bei H&M bekomme man doch auch Lieferung gegen Rechnung und könne den ganzen Kram kostenlos wieder zurückschicken (dann möge man bitte bei H&M einen Tapetenbaum kaufen und nicht bei mir anrufen). Warum überhaupt etwas ausverkauft ist und warum wir nicht innerhalb von 24 Stunden ausliefern wenn 14-tägige Lieferzeit angegeben ist. Warum Retourenbearbeitung nicht innerhalb von 24 Stunden erfolgt. Warum man bei Rücksendungen nicht den Warenwert zzgl. MwSt. rückerstattet bekommt, obwohl man den Warenwert inkl. MwSt. bezahlt hat. Warum Tapetenmuster versichert versendet werden und dafür auch 4,90 Euro Kosten anfallen. Warum Tapetenmuster überhaupt etwas kosten. Warum man Meterware nicht zurücksenden kann. Das Ganze selbstverständlich in einem Ton der ganz und gar nicht fein ist, so dass man am liebsten gleich wieder auflegen würde. Denn wir Händler sind auch nur Menschen und natürlich gerne für unsere Kunden da – sofern man uns auch als Solche behandelt und nicht als schlechte-Laune-Abladestation. Wer das noch nicht verstanden hat, der möge sich bitte einen Boxsack zu Weihnachten wünschen oder versuchen, auch diesen bei H&M zu kaufen (vielleicht kann man ihn dann auch kostenlos zurückschicken, sobald man seinen Weihnachtsstress abgebaut hat).

Ich habe Angst. Sind die Menschen jetzt schon so schlecht gelaunt, wie wollen wir denn zusammen durch die nächsten Wochen der bevorstehenden Weihnachtskrise kommen. Ich mach´ da einfach gar nicht mit und überlege jetzt schon still und leise, wie/wann/wohin ich mich aus dem Staub machen kann. Ich weiß auch schon was ich mitnehmen werde: ein gutes Buch, leckere Schokolade und kein Handy (es sei denn, der Akku ist leer). Und ich komme erst im Januar wieder zurück – aber nur, wenn alle wieder lieb sind!

 
Beitrag teilen: