Wer sucht der findet

Ich bestelle Ware und warte auf die Lieferung. Diese aber kommt und kommt nicht. Erstmal geduldig gewartet, aber irgendwann doch wieder nachgehackt: und dann bekomme ich zu hören, das Paket sei längst zugestellt. Ach ja, gut dass ich das auch schon weiß. Kein Mensch weiß wo, und der Zusteller hält es nicht für nötig einen Zettel in Briefkasten zu legen. Ich hätte mich auch über einen klitzekleinen Tipp gefreut wo ich mit der Suche anfangen könnte. Der Lieferant setzt freundlicherweise alles in Bewegung um herauszufinden wo das Paket abgegeben wurde. Aber ausser einen Namen mit dem ich nichts anfangen kann kommt nicht viel dabei raus. Also werden zuerst die Nachbarn im Haus abgeklappert – nichts. Laut dem Transportunternehmen wurde das Paket an unserer Hausnummer abgegeben – diese Info war aber wenig hilfreich, bei uns im Haus war das Paket nämlich nicht. Ich frage beim Lieblingsgeschäft nebendran nach – auch nichts. Ich klappere die halbe Straße ab – immer noch nichts. Irgendwann fange ich an die gegenüberliegende Straßenseite abzuklappern, denn mittlerweile haben wir Tag 5 – nach der Zustellung. Sieh mal einer an, im Geschäft genau gegenüber liegt mein Paket. Und zwar ganze 5 Tage lang, ohne ein Piep zu machen. Ein Paket kann schließlich auch nicht piepen, aber wohl derjenige der es angenommen hat. Fantasyroom? Ach, das liegt hier… Während mir das Blut in die Backen schießt und meine Hände sich hinter dem Rücken schon zu Fäusten rollen versuche ich freundlich zu lächeln – zumindest bis die mein Paket rausgerückt haben. Aber das dauert noch, denn ich werde wieder weggeschickt: ohne Ausweis kein Paket. Also gehe ich wieder zum Laden, hole meinen Ausweis und starte innerlich kochend einen 2. Versuch. Und während ich wie eine Terrorverdächtige auf einem USA-Flughafen identifiziert werde (die Kleidung durfte ich gnädigerweise anbehalten), verlässt eine Frage meine Lippen: warum man mir eine knappe Woche nicht sagt dass man Ware für mich hat. Ein Wink hätte auch gereicht, denn unsere Geschäfte liegen genau gegenüber und die Ladentheken „glotzen“ sich so zu sagen den ganzen Tag gegenseitig an. Die Antwort hätte sich die „Mannschaft“ sparen können: die haben so viel zu tun, ich soll doch mein Paket selbst abholen. Na vielen Dank auch. Das hätte ich ja längst getan, wenn ich denn gewußt hätte wo es liegt. Tja, und der Fahrer dem ich das Ganze zu verdanken habe? Der hat nichts mehr zu lachen…

 
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