Wirtschaftskrise

Kommen wir zu einem unschönen Thema: Wirtschaftskrise. Glücklicherweise  dürfen wir uns zu jenen Unternehmen zählen die nichts davon spüren – im Gegenteil. Trotzdem sind wir indirekt davon betroffen: durch unsere Möbelspedition. Diese widerum wird durch ihre Kunden – die hauptsächlich Fachhändler aus der Möbelbranche sind – davon betroffen. Im Klartext heisst das, Fachhändler verkaufen weniger, sie liefern weniger Ware, Spedition muss „sammeln“, bzw. kann nicht alle Fahrten aufrecht erhalten (andernfalls wären nur halbvolle LKW´s unterwegs). Dazu kommt noch die Ferienzeit (die allmählich zu nerven beginnt). Warum wir davon betroffen sind: unsere Kunden warten. Wir auch. Was früher 1 Woche gedauert hat, dauert jetzt gute 2 Wochen und länger. Bei jedem Telefonklingeln bekomme ich schon Schweißausbrüche, weil jeder 2. Anrufer ein Kunde ist der auf seine Möbel wartet. Das Fatale: vor 2 Wochen hat sich unser Sachbearbeiter von dieser Spedition verabschiedet. Seit dem herrscht Chaos. Im ersten Moment drängt sich natürlich der Gedanke auf, der Nachfolger kommt nicht zurecht. Erschwerend für ihn – ich bitte ihn mehrmals Kunden über den Liefertermin zu benachrichtigen. Er verspricht mehrmals es zu tun. Er tut es aber nicht. In so einem Fall wird zusätzlich Salz in die Wunde gestreut: ein Kunde der bereits verärgert ist wird auch noch versetzt. Ich bekomme so etwas leider erst dann mit wenn mich Kundenfeedback erreicht. Meldet sich niemand, gehe ich davon aus dass alles in Ordnung ist. Vorbei die Zeiten, als ich bei jedem Kunden nachfragen konnte ob alles in Ordnung ist – dafür sind es viel zu viele Lieferungen. Erst ein Gespräch mit dem Abteilungsleiter der Spedition klärt die Sache auf: schlechte Wirtschaftslage, Wegbrechen vieler Sendungen, Ferienzeit vieler Möbelwerke. Dazwischen stehen wir mit ohne Wirtschaftskrise, Sommerloch oder ähnliches die immer mehr Sendungen haben (aber leider immer noch zu wenige um jeden Tag alle LKW´s zu füllen) – und warten. Und unsere Kunden auch. Gute Nachricht: hat man diese Info, bzw. weiß endlich was los ist, kann man alle Kunden benachrichtigen. Schlechte Nachricht: viele Kunden sind jetzt schon so verärgert, dass diese Info leider etwas zu spät kommt. Somit spitzt sich die Lage von Tag zu Tag zu und außerdem rücken unsere Betriebsferien auch immer näher. Wir können nur bis Ende nächster Woche für alle Kunden da sein (und schwitzen), danach können wir nur hoffen dass alle Möbel mehr oder weniger pünktlich Ihre Besitzer erreichen. Mittlerweile wurden so gut wie alle Kunden über die Verzögerungen benachrichtigt. Anschließend ins Postfach zu schauen gleicht einem Lotteriespiel: Wir warten doch schon seit einer Woche! (autsch) – Danke für die Info, dann warten wir noch (aufatmen) – Was ist das denn für eine Spedition?! (autsch) – Kein Problem, wir haben noch Zeit (aufatmen) – Das ist aber schlecht, das Baby ist schon da! (Schokolade essen)

Ich würde sagen, 1:0 für die Wirtschaftskrise. (Mit ohne Nachspielzeit bitte!)

 
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