Tapetenlexikon: Wissenswertes rund um Kindertapeten

Tapezieren ist deutlich aufwendiger als die (schnelle) Wandgestaltung mit Stickern und Tattoos, aber dafür mit umwerfendem Ergebnis! Nichts kann einen Raum so stark verändern wie Tapeten: Die Wände bekommen ein komplett neues “Kleid” und verändern sofort den Einrichtungsstil. Ob romantische Blümchen- oder Herzchentapeten für Mädchenzimmer, zeitlose Streifentapeten für den klassischen Look, oder grafische Muster für den modernen Touch: Tapetenmotive und Muster verändern einen Raum völlig, unabhängig von seiner Größe oder den Grundriss. Aber nicht nur Motive und Muster sind wichtig – auf die richtigen (Wohlfühl)Farben sollten Sie natürlich ebenso achten. Streifentapeten in Blautönen können maritim wirken (abhängig von der restlichen Einrichtung), in silbergrau wirken sie lässig und cool und passen auch im Jugendzimmer, in rosa oder lila können sie sehr romantisch und verspielt aussehen. Erst der Mix aus Mustern bzw. Motiven und Farben bringt den gewünschten Effekt. Nehmen Sie sich also Zeit für die Planung und finden Sie heraus, welcher Wohnstil am besten zu Ihnen passt. In der Regel bleiben Tapeten mehrere Jahre an den Wänden – die Zeit ist also gut investiert!

Babytapete mit fröhlichen Punkten in Senfgelb und Softblau und passenden Vorhängen
Edles Babyzimmer mit fröhlicher Punktewand: Kollektion Guess Who (Foto: Scion)

Papiertapeten im Kinderzimmer

Die meisten Tapeten für Baby- und Kinderzimmer sind aus Papier. Sie sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich, bzw. einlagig aus Simplex Papier oder doppellagig aus Duplex Papier. Sie können eine leicht angerauhte oder glatte Oberfläche haben. In der Regel sind Papiertapeten mit einem feuchten Tuch vorsichtig zu reinigen.

Verarbeiten und entfernen:

Papiertapeten werden mit einem Universalkleister bzw. mit Tapetenkleister für Papiertapeten angebracht. Ist die Wand grundiert oder mit einer Wandfarbe gestrichen, ist kein Einkleistern der Wand nötig. Die Tapete wird auf der Rückseite eingekleistert und sollte rasch an die Wand gebracht werden: vermeiden Sie langes Einweichen, das leider nach wie vor von vielen Malern praktiziert wird. Langes Einweichen macht die Tapete sehr dünn und dehnbar – nicht nur, dass sie in solchem Zustand viel schwieriger anzubringen ist, sie dehnt sich beim Andrücken an die Wand noch weiter aus. Ist sie jedoch vollständig getrocknet, ziehen sich die Bahnen wieder leicht zusammen – unschöne Wandfläche zwischen den Tapetenbahnen
werden sichtbar!

Kinderzimmer Tapeten für Mädchen aus der Caselio Kollektion Pretty Lili
Fröhliches Mädchenzimmer mit Rauten- und Unitapeten (Foto: Caselio)

Papiertapeten sind nass abziehbar. Nehmen Sie einen Schwamm und nässen Sie die tapezierte Wand. Bei Duplextapeten muss der Vorgang wiederholt werden, damit die Feuchtigkeit auch in die untere Lage durchdringt. Handelt es sich um Trockenbauwände (Gipskartonwände) sollte darauf geachtet werden, dass die Papierschicht der Gipswand nicht beschädigt wird. Tapeten aus Duplexpapier lassen sich von solchen Wänden am besten trocken abziehen: die zwei Papierschichten spalten sich – die obere Papierlage lässt sich trocken abziehen, die untere Papierlage klebt fest an der Wand und kann als Grundlage für die neue Tapete verwendet werden. Praktisch, oder?

Eijffinger Babyzimmer Vliestapete mit Wolken in Grau & Cremeweiß
Wolkentapeten aus hochwertigem Vlies sind im Babyzimmer besonders beliebt (Foto: Eijffinger)

Vliestapeten im Kinderzimmer

Vliestapeten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weil sie sich schneller und einfacher verarbeiten lassen als Papiertapeten. Sie haben ein Trägermaterial aus Vliesgewebe, sind robust, abwaschbar und in der Regel dicker als Papiertapeten. Vlies ist ein Naturprodukt, biologisch abbaubar, wasserdampfdurchlässig und schwer entflammbar.

Verarbeiten und entfernen:

Für die Verarbeitung von Vliestapeten ist ausschließlich Tapetenkleister für Vliestapeten zu verwenden. Er hat eine stärkere Klebkraft die für Vliestapeten notwendig ist, weil sie in der Regel schwerer sind als Tapeten aus Papier. Ist die Wand grundiert oder vorgestrichen, ist kein Vorkleistern nötig. Handelt es sich jedoch um einen saugenden Untergrund, sollte unbedingt vorgekleistert werden. Dadurch trocknet der Kleister nicht so schnell und Sie haben mehr Zeit zum arbeiten. Denn im Gegensatz zu Papiertapeten werden Vliestapeten nicht eingekleistert – tragen Sie den Kleister direkt an die Wand auf und bringen Sie trockene Tapetenbahn an die Wand. Vliestapeten sind auch für Ungeübte geeignet: sie verändern ihre Größe beim Trocknen nicht, bzw. dehnen sich nicht aus und ziehen sich nicht zusammen. Sie setzen keinen Tapeziertisch voraus und auch keine Tapeziervorkenntnisse. Besser geht´s nicht! Probieren Sie es aus.

Kinderzimmer Vliestapete 'Sprinkles' in Rauchblau von Little Dutch
Vlies-Kindertapete ‘Sprinkles’ in rauchblau (Foto: Little Dutch)

Vliestapeten haben einen weiteren Vorteil gegenüber Papiertapeten: Sie sind auch Jahre später trocken abziehbar. Dazu benötigen Sie kein Werkzeug und auch keine Vorkenntnisse. Von Massivwänden lassen sich Vliestapeten als komplette Bahnen abziehen, an Trockenbauwänden (Gipskartonwänden) haften die Tapeten immer etwas stärker – lassen sich aber in der Regel auch in großen Stücken abziehen.

Rapport & Versatz

Alle Muster- und Motivtapeten haben einen Rapport und Versatz. Der Rapport ist ein wiederkehrendes Muster auf der Tapetenbahn: Er gibt an, in welchen Abständen sich dasselbe Muster auf der Tapetenbahn wiederholt. Hat eine Tapete z.B. einen Rapport von 53 cm, bedeutet das, dass alle 53 cm dasselbe Muster bzw. Motiv auf die Bahn gedruckt ist.
Der Versatz dagegen gibt an, in welchen Abständen die einzelnen Bahnen verschoben werden müssen, damit das Muster von Bahn zur Bahn fortlaufend ist. Nur dann entsteht ein makelloses Gesamtbild! Auf dem Etikett der Tapete ist der Versatz immer angegeben – bitte prüfen Sie diese Angabe vor dem Tapezieren.

Ansatzfrei – das bedeutet, beim Tapezieren muss nicht auf das Muster geachtet werden, bzw. die Tapete hat keinen Rapport (z.B. Uni- oder Streifentapete). Es muss kein Verschnitt einkalkuliert werden, die Tapetenbahnen können fortlaufend geschnitten und an einander tapeziert werden.

Gerader Ansatz – hat eine Tapete einen geraden Ansatz, bedeutet das, dass das Muster auf der linken und rechten Bahnkante auf der gleichen Höhe ist. Alle Bahnen sind identisch und damit sie seitlich zueinander passen, dürfen sie in der Höhe nicht verschoben werden.

Versetzter Ansatz – hat eine Tapete einen Versatz, dann müssen die Bahnen in der Höhe verschoben werden, um zueinander zu passen. Der Versatz ist in der Regel in cm angegeben – dieses Maß gibt an, um welchen Abstand die nächste Bahn jeweils verschoben werden muss. Hat eine Tapete z.B. einen Rapport von 53 cm und einen versetzten Ansatz, muss jede folgende Bahn um die Hälfte, also 26,5 cm in der Höhe verschoben werden.

Wichtig: Tapetenchargen

Auf dem Etikett jeder Tapetenrolle ist eine Charge/Batch bzw. Anfertigung angegeben. Diese kann eine Zahl, ein Buchstabe oder eine Kombination der beiden sein. Rollen mit übereinstimmender Charge sind in Bezug auf Farben, Muster und optisches Erscheinungsbild identisch. Achten Sie beim Tapezieren darauf, in einem Raum Rollen der selben Charge zu verwenden um Abweichungen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, so sollte eine Wand unbedingt mit Rollen aus einer Charge tapeziert werden – beim Tapezieren um die Ecke fallen kleinere Farbabweichungen oder “Schatten” kaum auf, weil das Licht im anderen Winkel auf die Fläche fällt.

Wir empfehlen immer, bei der Mengenberechnung unbedingt eine Reserverolle zu bestellen. Passiert Ihnen bei der Arbeit ein Malheur, ist dieselbe Charge oft nicht erneut bestellbar und Sie müssen improvisieren. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle, der Ärger ist später vorprogrammiert. Außerdem sind ein paar Reservebahnen oder eine ganze Rolle immer hilfreich – sollte die Wand später an einer Stelle beschädigt werden, können Sie einfach einzelne Bahnen austauschen und ersparen sich die Komplettrenovierung.

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Tapetenlexikon: Alles was du über Kindertapeten wissen musst!
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