Unsere Geschichte

Fantasyroom Himmelbett
Fantasyroom Geschichte 2005-2019

Wie alles begann

Ein schönes Zuhause war schon immer meine Leidenschaft. Bereits während meiner Ausbildung beim Raumausstatter war ich von schönen Stoffen und Tapeten begeistert und hatte Freude daran, mein Jugendzimmer häufig umzugestalten. Als im Jahr 2000 unser Sohn auf die Welt kam, tobte ich mich in seinem Babyzimmer aus: Es wurde gestrichen, geklebt, genäht, dekoriert, Möbel wurden gerückt – und alles wieder von vorn. Denn nach der Umgestaltung ist vor der Umgestaltung – ich war ja nie fertig! Nur leider (noch) ohne Rosa… Als 2003 unsere Tochter geboren wurde war das meine Chance! Wir zogen in eine größere Wohnung und die Kinder bekamen zwei Bilderbuch-Kinderzimmer. Damit nicht genug, ich machte weiter im Wohnzimmer, Schlafzimmer, Eingangsbereich, Küche – und natürlich wieder von vorn. Das alles mit viel kreativen Ideen und wenig Mittel. Sorgen machte ich mir erst, als mein Mann fast täglich eine umgestaltete Wohnung betrat und es gar nicht so lustig fand. Also fing ich an, die Kinderzimmer im Bekanntenkreis umzugestalten. Leider waren aber auch diese Kinderzimmer irgendwann fertig (meine ersten Kunden hatten das leider nicht so mit dem “danach ist davor”, Sie wissen schon).

Also fing ich an, kleine Spiegel bei Ikea einzukaufen und diese zu bemalen. Ich fotografierte sie in den schönen Zimmern meiner Kinder und stellte sie damals bei Ebay ein. Was für ein Erfolg! Die Produkte wurde mir nahezu aus den Händen gerissen. Und so wurde im Februar 2005 Fantasyroom geboren. Aus den Spiegeln wurden Regale, kleine Kommoden, Sitzgruppen und kurze Zeit später unsere eigenen Möbel: Betten, Kommoden, Regale, Schminktische und später sogar Kleiderschränke. Bedauerlicherweise sind die ersten Fotos von meinen Spiegelkreationen abhanden gekommen, aber auf den folgenden Bildern können Sie sich einen Eindruck von unserer damaligen Arbeit machen:

Fantasyroom Möbel Froschkönig
Gefühlt 1 Mio. Mal gemalt: der Froschkönig!

Einen kleinen Haken gab es: Unsere Wohnung war nicht mehr so schön wie im Bilderbuch. Aus den beiden Kinderzimmern wurde eins – die Kinder mussten sich einen Raum teilen. Ich brauchte ein Zimmer zum Arbeiten. Und dieser war sage und schreibe 9qm groß! Darin wurden Möbel geschliffen, lackiert und zusammengebaut. Im Wohnzimmer wurde jedes Wochenende die komplette Einrichtung weggerückt: Mein Mann und ich lehnten mobile Holzplatten an die Wand, die wir in unterschiedlichen Farben gestrichen hatten. Unsere Möbel stellten wir dann davor, damit ich dekorieren und fotografieren konnte.

Fantasyroom Möbel Ritter
Komplett von Hand gemalt: Stein, für Stein, für Stein…

Ich malte, und malte, und malte. Und ich konnte gar nicht damit aufhören! Wir verkauften ausschließlich bei Ebay und bekamen in kurzer Zeit so viele Kundenaufträge für die Sonderanfertigungen, dass die Wartezeit bei einem halben Jahr lag. Und unsere Kunden warteten. Es war unglaublich.

Fantasyroom Möbel Prinzessin
Der Trend 2005 und 2006: Prinzessinnen in Rosa & Pink!

Unser eigener Shop ging 2006 online, der Verkauf bei Ebay wurde eingestellt. Die Wohnung wurde zu eng (und staubig), der Wunsch nach mehr Platz und einem Atelier wurde immer größer. Ich glaubte an meine kleine Firma und zog von Bank zu Bank, um eine Baufinanzierung zu bekommen und ein kleines Häuschen mit Werkstatt zu bauen. Wenn ich heute daran denke, muss ich fast schmunzeln. Denn wir lebten damals unterm Existenzminimum und wollten ein Haus bauen. Jeder Cent den wir mit dem Verkauf verdient hatten, steckten wir wieder in Material, Farben und Deko rein. Die Firma warf noch nichts ab, war zu klein und frisch, um als festes Einkommen zu gelten. Mein Mann hatte einen nicht besonders gut bezahlten Job. Die Banken hatten natürlich auch geschmunzelt – und mich weggeschickt. Ich gab aber nicht auf. Mit einem eisernen Willen kämpfte ich weiter. Und dann traf ich ihn: einen netten Banker, der auch an meine Firma glaubte und eine Baufinanzierung tatsächlich möglich machte. Allerdings recht knapp kalkuliert und mit viel Eigenleistung. Wir bauten also ein Häuschen und zogen im Herbst 2006 noch ein. Ich bekam meine Werkstatt im Keller (ganze 24qm) und malte, und malte, und malte…

Fantasyroom Möbel mit Blumen
3D Blumen auf Betten, Schränken, Regalen…

Und mein Mann? Er baute, und baute, und baute… Die Möbel natürlich. Neben einem Hauptjob, Haus das innen und außen noch eine Riesenbaustelle war ohne Türen, Badezimmer und mit einer provisorischen Küche und zwei Kindern, die gerade mal 6 und 3 Jahre alt waren. Aber es gab weder Mittel noch Zeit, um unser Häuschen wie geplant in Eigenleistung fertig zu stellen, es musste gearbeitet werden. Und das taten wir. Nahezu rund um die Uhr, mit 3-4 Stunden Schlaf. Ja, wir gingen an unsere Grenzen. Aber wenn ich heute diese Bilder sehe, ist mein Herz voll!

Fantasyroom Möbel mit Pastellfarben
Auch Babybürsten und Milchzahndöschen waren dabei

Im Keller wurde gebaut, geschliffen, lackiert, gemalt und auch fotografiert. Unsere Tochter war mittlerweile 4 Jahre alt und liebte es, Modell zu spielen. Neben Entwerfen, Lackieren, Malen und Dekorieren fing ich an zu nähen, um passende Vorhänge und Kissen für die Fotos zu haben. Wir versendeten unsere Produkte Europa weit – mit einer Wartezeit von nach wie vor mindestens einem halben Jahr.

Fantasyroom Möbel mit Schiffchen
Kräftiges Rot & Blau waren für Jungenzimmer besonders beliebt

2007 fingen wir an, bei unseren Kunden vor Ort ganze Kinderzimmer zu gestalten. Aber es fehlten uns die passenden Textilien, Deko, Tapeten, Lampen. Ich schaute mich um auf dem Markt, kontaktierte Lieferanten und wir gingen nach und nach immer mehr in den Handel über. Die Produktion von eigenen Möbeln war nicht mehr zu stemmen, ich hatte bei der Handarbeit keine Hilfe und verlor leider irgendwann auch den Spaß daran. Es war nicht nur das Malen, wofür mein Herz brannte… Ich liebte es Kinderzimmer zu gestalten und zu fotografieren. Ich hatte glücklicherweise schon immer ein “grafisches Auge”, arbeitete mich in die Bildbearbeitungsprogramme und HTML ein und begann unseren Onlineshop umzubauen.

Fantasyroom Möbel Priatenschiff
Fast ein kleines Meisterwerk: das Piratenschiffbett mit Bettkasten und Nass-in-Nass Lackierung für die Holzoptik
Fantasyroom Möbel Froschkönig
Ein Bruchteil von Sonderanfertigungen auf Kundenwunsch
Fantasyroom Prinzessinnenmöbel in Rosa und Hellblau
Auch eine Sonderanfertigung: Schlossbett mit Prinzessin

Die ersten Lieferanten zogen im Onlineshop ein. Im Herbst 2008 mieteten wir beim Nachbarn eine Einliegerwohnung und richteten dort unseren ersten Showroom ein:

Fantasyroom Showroom 2008
Der erste Showroom 2008

Mein Herz hüpfte! Allerdings wohnen wir auf dem Land, machten keine Werbung und der Showroom wurde so gut wie gar nicht besucht. Unglücklicherweise war unsere Straße damals noch ein Neubaugebiet und wurde von keinem Navigationsgerät gefunden. Unser Onlineshop verkaufte allerdings damals schon gut. Und ich wollte mehr: Ich wollte einen eigenen Laden. Wir konnten uns aber keine Ladenmiete leisten. Also ging ich zusätzlich arbeiten, abends als mein Mann von der Arbeit kam und auf die Kinder aufpassen konnte. Regale auffüllen! Nach Feierabend (um 22.30 Uhr) packte ich im Keller Pakete bis in die Nacht, brachte sie am nächsten Tag zur Dorfpost. Das waren die ersten Fantasyroom Pakete per DHL. Unsere Möbel wurden früher per Spedition versendet. Und mein Plan ging auf: Im Februar 2009 eröffneten wir einen kleinen Laden in Lörrach. 80qm Verkaufsfläche und eine Garage als Lagerfläche (süß!). Ein halbes Jahr später konnte ich keine Möbel nachbestellen, bevor die bereits eingetroffenen abgeholt wurden – es gab keinen Platz. Und ich machte alles selbst: Kunden im Laden bedienen, den Laden dekorieren, Onlineshop pflegen, alle Produkte online stellen, den Telefondienst, Einkauf und natürlich die Buchhaltung. Und ja, es war hart! Unser Miniladen platzte aus allen Nähten, mehr Fläche musste her. Und Hilfe! Mein Mann gab 2010 seinen Job auf, stieg in die Firma ein, und wir zogen gemeinsam in ein größeres Ladengeschäft am Meeraner Platz. In nur 3 Wochen bauten wir 300qm Fläche komplett aus, meistens nur zu zweit, und richteten einen bezaubernden Kinderladen ein. Am 31. Oktober 2010 öffneten wir unsere Tore am Meeraner Platz:

Fantasyroom Ladengeschäft 2010
Laden am Meeraner Platz im Herbst 2010

Wir stellten Mitarbeiter/innen ein, betrieben unseren Laden mit Herz und Seele und gingen mit Fantasyroom durch Dick und Dünn. Die Aufgaben und der Wachstum überrollten uns, bereits ein halbes Jahr später war die Fläche schon wieder zu klein, es gab zu wenig Platz für den Versand und Lagerbestand. Der erste Wanddurchbruch erfolgte schon im Sommer 2011, ein gutes halbes Jahr nach der Eröffnung. Und schon 2013 mieteten wir die komplette freie Fläche an: 1000qm.

Mittlerweile gehörte auch eine hervorragende Grafikerin zu unserem Team. Wir beide stellten unsere eigene Marke auf die Beine. Dinki Balloon war geboren und ging mit niedlichen Wandstickern, Bordüren und Kinderlampen im Juli 2014 auf den Markt, alles made in Germany:

Dinki Balloon Wandgestaltung und Lampen
Dinki Balloon – unser Herzprojekt

Ein großer Schritt in die richtige Richtung und für mich bis heute ein Herzprojekt! Denn ein bisschen trauerte ich schon unseren eigenen Produkten nach. Insgesamt war 2014 ein Rekordjahr: Wir verdoppelten fast unseren Umsatz. Damit wurde es immer schwieriger, für reibungslose Abläufe zu sorgen: Wir hatten eine schlechte Zufahrt, erneut zu wenig Lagerfläche und keine Büros. Im Sommer 2015 zogen wir um in die Wölblinstraße in Lörrach und bezogen weitere 1000qm mit großem, hellem Lager und Büroflächen. Das Ladengeschäft und Möbellager blieben am Meeraner Platz. Am neuen Standort wurde eine Näherei eingerichtet, Dinki Ballon Produkte bekamen passende Textilien in Eigenanfertigung. Anfang 2016 investierten wir in eine neue Warenwirtschaft und bauten im Sommer unser Ladengeschäft am Meeraner Platz komplett um. Alles wurde offener, heller und in Pastellfarben gestrichen, außerdem bekam der Laden ein komplett neues, modernes Konzept:

Fantasyroom Ladengeschäft 2016
Ladengeschäft am Meeraner Platz im Sommer 2016

Und schneller drehte sich mein Hamsterrad…

Der Umsatz stieg weiter an und wir hatten bereits 12 Mitarbeiter/innen. Ich kämpfte mit den administrativen Aufgaben und war frustriert, kaum Raum und Zeit für die kreative Arbeit zu haben, die ich so liebte. Wie ein Hamster im Rad versuchte ich immer schneller und schneller zu rennen, um allem gerecht zu werden. Und wie das Leben so spielt, war meine Rennerei im Sommer 2016 zu Ende, als ich nach einem schrecklichen Verkehrsunfall ans Bett gefesselt wurde. Für fast neun Monate fiel ich aus, hatte mehrere OP´s und meine Welt drohte zusammen zu brechen. Im März 2017 suchte uns ein weiteres Übel heim: Diesmal fiel mein Mann nach einem Verkehrsunfall für einige Monate aus. Und da fiel sie, die Entscheidung unser Ladengeschäft am Meeraner Platz aufzugeben. Weil uns die Kraft ausging, an 7 Tagen die Woche 150% zu geben. Weil wir zu viele Baustellen hatten und wachgerüttelt wurden. Weil uns der schnelle Wachstum über die Jahre überrollte. Im Oktober 2017 richteten wir einen Showroom in der Wölblinstraße ein, das Ladengeschäft wurde geschlossen. Unsere Kunden gingen mit uns und liebten die neuen, hellen Räumlichkeiten:

Fantasyroom Showroom 2017-2018
Showroom in der Wölblinstraße 2017-2018

Weiterer Pluspunkt: Sie mussten ihre Ware nicht mehr im Ladengeschäft bezahlen und im Lager abholen, wir hatten alles unter einem Dach. Versandlager, Verwaltung, Näherei, Büros, Fotostudio – alles an einem Ort. Was für ein schönes Arbeiten! Und wir waren fleissig. Ich kam nach den Schicksalsschlägen voller Tatendrang und mit tollen Ideen zurück. Wir hatten bereits 17 Mitarbeiter/innen die sich unter anderem um das Tagesgeschäft kümmerten. Mein Mann übernahm die Betriebsleitung und ich zog mich zurück, um meiner kreativen Tätigkeit nachzugehen. Das war die beste Entscheidung die wir machen konnten, auch wenn der Start etwas holprig war.

Wenn Sie unsere (lange) Geschichte bis hierhin gelesen haben, dann wissen Sie auch, dass es bei uns niemals langweilig wird. Und so hatten wir unseren Showroom ziemlich genau ein Jahr geöffnet: bis Ende Oktober 2018. Denn auf der Fläche, wo dieser war, werden jetzt diese schönen Dinki Balloon Textilien genäht:

Dinki Balloon Musselin Textilien
Unsere Dinki Balloon Textilien

Sie gingen Ende Mai 2018 auf den Markt und schlugen ein wie eine Bombe. Die Mengen, die wir täglich verkauften, hätte ich niemals für möglich gehalten. Die Produktion musste also aufgestockt werden und dafür war mehr Raum notwendig. Und diesen haben wir durch die Schließung vom Showroom gewonnen, auch wenn uns die Entscheidung nicht leicht gefallen ist.

Und wie ist es heute?

Heute sind wir einer der größten deutschen Onlineshops in unserer Branche und einer der größten inhabergeführten Shops europaweit. Wir haben ein tolles Team aus 22 kompetenten Mitarbeiter/innen. Wir vekaufen ausschließlich in unserem eigenen Onlineshop und nicht auf anderen Plattformen und Marktplätzen und erreichen einen netto Jahresumsatz im mittleren 7-stelligen Bereich. Unsere eigene Marke Dinki Balloon ist die Top 2 Marke im Shop, darauf sind wir besonders stolz!

Fantasyroom ist mein Lebenswerk, meine Leidenschaft und mein (drittes) Baby. Auch heute arbeiten mein Mann und ich hart in und an der Firma, Tag für Tag, obwohl wir ein großes Team haben. Ich gestalte unser Sortiment nach wie vor selbst. Feierabend habe ich eigentlich nie – ich bin immer auf der Suche nach schönen, ausgefallenen Produkten, mit denen ich Sie überraschen und begeistern kann. Zusammen mit meiner Grafikerin dekoriere ich unsere Kinderzimmer und wir fotografieren diese auch selbst. Wir beide kümmern uns um den Onlineshop und Dinki Balloon. Das Marketing und Social Media ist ebenfalls meine Aufgabe. Unsere kompetente Einkäuferin, die ursprünglich aus der Textilbranche kommt, ist vor Ort und überwacht die Textilproduktion von Dinki Balloon. Die Wandgestaltung lassen wir in Hamburg produzieren und sind stolz darauf, eine “made in Germany” Qualität anzubieten. Mein Mann leitet den Betrieb, kümmert sich um administrative Aufgaben und wickelt das Möbelgeschäft ab. Unseren Alleinstellungsmerkmal haben wir nicht mehr durch unsere handbemalten Möbel, sondern durch die eigene Marke und eigene Einrichtungsbeispiele bzw. Kinderzimmer, die Sie hier im Blog und natürlich im Shop finden können. Wir testen unsere Produkte selbst, richten mit ihnen ein und stellen sie Ihnen hier im Blog vor. Wenn Sie bei uns nach Rabatten suchen, werden Sie leider enttäuscht sein. Dafür werden Sie über 20.000 tolle Produkte finden, von denen wir auch selbst überzeugt sind. Und natürlich jede Menge Dekoideen und Inspiration!

Nein, ich hätte nie gedacht, dass Fantasyroom jemals diese Größe erreicht. Ich hatte es nicht mal geplant oder gewollt. Ich legte einfach los mit dem was ich gut konnte und was mein Herz hüpfen ließ. Und ich gab dabei alles. Ich nahm keinen Businessplan in die Hand, um uns Kapital und Investoren zu verschaffen, sondern 1,99 Euro für einen Ikea Spiegel und weniger als 5,00 Euro für die Farbe. Mehr konnten wir uns nicht leisten. Fantasyroom wurde ganz ohne Fremdkapital gegründet, dafür mit viel harter Arbeit und nahezu unmenschlichen Kräften. Heute sind wir stolz darauf!

Fantasyroom Geschichte 2005-2019
Fantasyroom Geschichte 2005-2019